1. Saarland
  2. Neunkirchen
  3. Kolumnen

Auch Nikoläuse verlieren den Kopf

Auch Nikoläuse verlieren den Kopf

Der gute Nikolaus ist in diesen Tagen im Dauereinsatz. Wir sehen ihn auf Weihnachtsmärkten, bei Betriebs-, Kindergarten-, Schul- oder Vereinsfeiern, in der Werbung, in den Medien, in Einkaufscentern. Hoch-Zeit für den Heiligen Mann, einst Bischof von Myra. Gleich acht bärtige Männer mit Mitra und Krummstab waren in dieser Woche in Neunkirchen gemeinsam unterwegs beim ersten Nikolaus-Umzug durch die Stadt. Und wie unsere Reporterin berichtete, zauberte diese Nikolaus-Parade Lächeln in viele vorweihnachtlich gestresste Gesichter. Auch die Nikolaus-Kollegen aus Schokolade haben Konjunktur. So unterstützten am Donnerstag 300 von ihnen die IG Metaller und Mitarbeiter von Bosch bei deren Kundgebung in Neunkirchen gegen drohenden Arbeitsplatzverlust.

Aber wie vernaschen wir die süßen Heiligenfiguren ? Das kann zur Charakterfrage werden: Sage mir, wie du deinen Nikolaus isst, und ich sage dir, wer du bist. Folie weg und Kopf abbeißen vielleicht? O du sensible Seele, es gibt auch Menschen, die so ein Vorgehen im Innersten erschüttert. Sie könne einen Nikolaus nur von unten nach oben verspeisen, erklärte uns jüngst eine Dame. Erst die Füße und ganz am Schluss den Kopf. Das habe sie schon als Kind so gehalten, einen kopflosen Nikolaus nicht ausgehalten. Parallelen gibt es da zum Osterhasen. Besagte Dame stellte klar: Auch der Schokohasen-Genuss beginne für sie immer an den Pfoten und auf keinen Falle an den Ohren.