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Auch nach einem Ortswechsel bleibt der Mensch ein Gewohnheitstier

Kolumne Unsere Woche : Der Mensch bleibt ein Gewohnheitstier

Endlich mehr Zeit für ein gemütliches Frühstück zu zweit, welches sonst immer viel zu kurz kam.

Vertretungen für Kollegen zu übernehmen, haben durchaus ihre Vorteile. Vor allem, wenn sich dadurch für einen der sonst eher längere Arbeitsweg auf einmal drastisch verkürzt. Vorbei das allabendliche Grauen vor dem schrillen Wecker in den frühen Morgenstunden. Endlich mehr Zeit für ein gemütliches Frühstück zu zweit, welches sonst immer viel zu kurz kam. Und endlich viel früher wieder zu Hause, so dass der gemeinsame Höhepunkt des Abends nicht nur aus Abendessen, Fernsehenschauen und Zu-Bett-Gehen besteht. Alles Vorteile. Wenn man sie denn nutzen würde.

In der Realität sieht es nämlich selbst nach einem Arbeitsortswechsel oft nicht großartig anders aus als vorher. Der Wecker wirft einen um acht Uhr noch genauso ungemütlich aus dem Bett, wie sonst zwei Stunden eher. Das gemütliche Frühstück besteht weiterhin aus hastig runtergekipptem viel zu heißem Kaffee, weil man mal wieder verschlafen hat, und der gemeinsame Abend findet dann doch wieder auf dem heimischen Sofa statt. Der Mensch ist halt ein Gewohnheitstier, selbst bei einem neuen Arbeitsort. Wobei: Einen Vorteil haben Vertretungen dann doch wieder. Man kann mit den vielen Namen im Kollegenkreis auch endlich einmal ein paar mehr Gesichter verbinden.