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Alles wächst und gedeiht derzeit. Und nicht nur in der Natur...

Kolumne : Puffreis auf der Pusteblume

Ist es nicht wunderschön, wie derzeit alles wächst und gedeiht und wie die Natur sich entfaltet? Nein, nein, ich spreche nicht von den Pusteblumen und Butterblümchen im Garten. Die Rede ist von der Natur in den eigenen vier Wänden.

Denn auch dort sprießt und gedeiht es in Hülle und Fülle. Auf dem Kopf, zum Beispiel. Da wachsen die Fusseln in alle Richtungen. Längst ist aus der gut geföhnten Friese ein derart wildes Gestrüpp geworden, dass man damit sogar in den 70ern in San Francisco unangenehm aufgefallen wäre. Und nicht nur dort ist die epidermale Flora aus dem Ruder gelaufen. Koteletten wie Günter Netzer zu Gladbacher Zeiten und eine Rotzbremse Marke Heiner Brand sprechen Bände. Von anderen Körperstellen ganz zu schweigen. Wer hätte denn gedacht, dass sich Nasen- und Ohrbehaarung jemals auf Höhe des Kinns miteinander verknüpfen ließe. . .

Auch an anderer Stelle ist enormes Wachstum zu bewundern. Ja, der Bauch feiert derzeit ein Comeback ungeahnten Ausmaßes. Galt doch das vierte Loch im Gürtel lange Zeit als unüberwindbare Hürde für jede Form des Bauchspecks, so muss man längst einsehen: Die Natur bahnt sich ihren Weg. Da mag der Hosenbund noch so eng verzurrt sein, irgendwann kommt der Punkt, an dem sich Puffreis und Pommes-Schranke, Lambrusco und Lyonerpfanne, Malzbier und Mamba zu einer unaufhaltsamen Macht verbünden und den Körper ganz nach ihrem Gusto formen. Und nur weil man an der frischen Luft noch Sport treiben darf, heißt das nicht, dass man das auch machen muss. Oder? Ja, es sind schwierige Zeiten. Da müssen wir nun mal alle den Gürtel etwas weiter schnallen.