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Kolumne: Wie Saarländer mit dem 9-Euro-Ticket der Deutschen Bahn Sylt stürmen​

Kolumne Apropos : Wie Saarländer mit dem Neun-Euro-Ticket Sylt stürmen

Das Neun-Euro-Ticket wird den öffentlichen Nahverkehr sprengen. Das haben Experten auch in der Saarbrücker Zeitung befürchtet. Aber kann das sein, wenn aktuell alle Züge leer sind?

Automatische Schiebetüren öffnen sich, dahinter erstreckt sich die Bahnhofshalle. Draußen ist viel los, doch hier drinnen herrscht bedächtige Stille. Der Weg zum Gleis ist mit Brezelbuden gesäumt, für die niemand ansteht. Nur wenige Reisende steigen in die Züge ein, und alle bekommen eine Sitzreihe ganz für sich alleine. So sieht ein normaler Montagmorgen am Saarbrücker Hauptbahnhof aus.

Noch. Denn mit dem Neun-Euro-Ticket soll diese ruhige Idylle bald vorbei sein. Glaubt man den Experten und Prognosen, die auch in dieser Zeitung zitiert wurden, wird das Billig-Abo die Deutsche Bahn in die Knie zwingen. Überlastete Busse, volle Züge, totales Chaos.

Besonders ängstlich schaut die Insel Sylt auf das Projekt. Massenweise Geringverdiener nutzen den Billig-Zug und zerstören den Rückzugsort der Reichen. Vom Saarbrücker Hauptbahnhof muss man mit dem Regionalverkehr übrigens nur sieben Mal umsteigen und braucht knappe 18 Stunden bis nach Sylt. Wer diese Odyssee auf sich nimmt, verdient einen Heldenempfang in Westerland.

Es gilt nur zu hoffen, dass die Sylt-Bewohner dann nicht mit dem Ticket zu uns ins Saarland fliehen. Am Staden ist echt kein Platz mehr für die Geissens.