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Kolumne von Heike Jungmann zum Sprachassistent Ziggy

Kolumne Apropos : Frag’ doch mal den Siggi . . .

Endlich, endlich ist es soweit: Auch Amazon wagt den überfälligen Schritt in Richtung Gendergerechtigkeit und stellt Alexa, der weiblichen Sprachassistentin, ein männliches Pendant zur Seite. Der Name steht auch schon fest und ist für uns Deutsche und Deutschinnen recht gut zu merken.

Die Amazonen haben den virtuellen männlichen Helfer nach dem Nibelungenheld Siegfried genannt, kurz Siggi. Geschrieben zwar Ziggy, ist aber auch egal, Hauptsache, Siggi hört auf mich, wenn ich ihn rufe. Und lässt sich nicht lange bitten, bevor er etwas für mich tut.

In dieser Hinsicht hege ich allerdings die allergrößten Bedenken. Bekomme ich von der künstlichen Intelligenz Siggi die gleichen Antworten wie von männlichen Menschen? Also ich sage: „Siggi, spiel mir das neue Chanson von Zaz!“ und Siggi antwortet: „Ja, man müsste mal wieder das Handy aufladen, damit man die gespeichertern Lieder abspielen könnte.“ Oder ich fordere: „Siggi, fahre den Rollladen hoch, damit ich in die Morgensonne schauen kann“ und Siggi antwortet: „Ich bin gerade mit Schlafen beschäftigt, zieh den Rollladen doch selbst hoch.“ Oder ich frage: „Ist noch genügend Milch im Haus?“ und Siggi fragt ungerührt zurück: „Sorry, aber wo steht die Milch nochmal?“

Höchstwahrscheinlich sehne ich mich nach zwei Stunden Siggi nach Alexa zurück und pfeife auf Gendergerechtigkeit und die Chancengleichheit von Mann und Frau.

Zumindest bei der künstlichen Intelligenz.