Kolumne : Alka Seltzer für Hugh Hefner

Eines ist klar: Das kommende Jahr wird verdammt hart. Nicht etwa, weil wir in den 14. Lockdown müssen, nachdem der Impfstoff von Biontech bei Männern zwischen 23 und 78 zu pfirsischgroßen Pusteln in der Bikinizone führt sobald sie eine rauchen oder so.

Im Gegenteil: Weil wir dann endlich alle geimpft sind und uns wieder mit ordentlich Atü in der Omme feiernd in den Armen liegen können. Und das werden wir. Oh ja, denn welchen Satz hört man derzeit mindestens so oft wie „Ich männ grad, ich grät unna dene Dinger kä Luft mieh“? Genau: „Holle ma nägscht Johr noh!“. Und was da alles nachgeholt werden muss: Geburtstage, runde und eckige, Hochzeitsfeiern, Taufen, Jubiläen noch und nöcher. 2022 wird als das Jahr in die Geschichte eingehen, in dem jeder Deutsche so viel feiern wird, wie Hugh Hefner, Rolf Eden und Helmut Berger in den 70ern. Und die haben jeden Tag gefeiert. Party rund um die Uhr. 24/7. Heutige Testzentren werden dann zu Partyzentren umgemodelt , allen voran das in Lebach, wo man schon jetzt Tag und Nacht im Einsatz ist. Und wo viel gefeiert wird, wird schön was gezischt. Das bleibt nicht ohne Folgen. Ich sehe es vor mir, wie das HBI (das Hansi-Bier-Institut) täglich über Engpässe bei Brauereien berichtet. Jens Spahn, so er dann noch im Amt ist, wird sich dafür entschuldigen, dass es zu Lieferschwierigkeiten bei Alka Seltzer und Aspirin kommt („zu wenig bestellt“) und versuchen, das Partyvolk zu beruhigen: „Spätestens im Sommer wird genug Alka Seltzer für alle zur Verfügung stehen.“ Derweil wird Spaßbremse Laschet für eine dreiwöchige Partypause plädieren, um danach, komplett nüchtern, so richtig durch zu starten. Also ruhig schon mal die Tanz-Slipper polieren. 2022 kommen sie zum Einsatz.