Kolumne Apropos Von Kugelrausch bis Treegonometry

So. Dieses Jahr wird der gute Vorsatz in die Tat umgesetzt: endlich neue Christbaumkugeln. Die ganze Zeit hatte ich mir die über Jahre angesammelten, farblich wild gemischten und inzwischen stark dezimierten  Bestände als „traditionell“ und „mit Patina“ schön geredet.

 Kommentarkopf, Foto: Robby Lorenz

Kommentarkopf, Foto: Robby Lorenz

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Aber jetzt ist Zeit für Neues. Statt der erhofften Inspiration schwirrte mir aber nach zwei Stunden Blättern in Wohnzeitschriften und Suchen im Internet der Kopf vor Homestyling-Ideen, von der Veranda bis zur Gästetoilette. Denn schließlich solle der Baum, ergo auch die Kugeln, zum gewählten „Thema“ passen. Und ich dachte, das Thema wäre einfach Weihnachten – ha, von wegen: Skandi Weihnacht, Altdeutsche Weihnacht, Pretty in Pink, Glamourous Christmas,  Barock, Naturschönheiten und so weiter. Der Weihnachtstrend für 2023 sei grün, braun, beige, war da zu lesen. Und die Kugeln: Glas oder Plastik, Papier oder Stoff, glänzend oder matt, mit Dekor oder ohne, mit Glitzer oder Schnee – kurzum, ich war im Kugelrausch.

Zwischendurch las ich dann, dass in England, wo üppig Weihnacht gefeiert wird, Studenten eine Formel ermittelt haben, um den Weihnachtsbaum optimal zu schmücken. Der Weihnachtsbaumschmuckrechner trägt den schönen Namen „Treegonometry“ und berechnet zum Beispiel für einen 1,70 hohen Baum eine Stern-/Baumspitzenhöhe von 17 Zentimetern, 868 Zentimeter Lametta und 35 Kugeln. (Bloß welche? – im Moment geht die Tendenz zu Silber mit Sternen.) Weihnachten ist eine Wissenschaft für sich.

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