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2,7 Millionen für neue Kindertagesstätte
Die Baggerfahrer sind willkommen

Die Stadt Neunkirchen erhält Fördermittel für den Neubau der Kita in Wiebelskirchen (v.l.): Bürgermeister Jörg Aumann, Landrat Sören Meng, Staatssekretärin Christine Streichert-Clivot,OB Jürgen Fried, Amtsleiter Eckhard Straßburger und Kita-Leiter Dirk Leißner.
Die Stadt Neunkirchen erhält Fördermittel für den Neubau der Kita in Wiebelskirchen (v.l.): Bürgermeister Jörg Aumann, Landrat Sören Meng, Staatssekretärin Christine Streichert-Clivot,OB Jürgen Fried, Amtsleiter Eckhard Straßburger und Kita-Leiter Dirk Leißner. FOTO: Heike Jungmann
Wiebelskirchen. Die Kindertagesstätte Freiher-vom-Stein in Wiebelskirchen wird für 2,7 Millionen Euro neu gebaut. Von Heike Jungmann

Ob einer der Baggerfahrer, die am Mittwochmorgen ihrer Arbeit vor der alten Kindertagesstätte Freiher-vom-Stein nachgingen, tatsächlich Bodo heißt? Den Jungen und Mädchen, die sich schon Helme und Handschuhe besorgt haben und Mike Krügers Baustellenschlager mitträllern, dürfte das egal sein. „Die Krippenkinder waren diese Woche total begeistert, als die Bauarbeiten losgingen“, berichtet Dirk Leißner mit einem Lächeln. Der Leiter der Kindertagesstätte Freiher-vom-Stein in Wiebelskirchen und sein Team haben vermutlich nicht ganz so viel Spaß wie die Kinder in den nächsten Monaten. Dafür freuen sie sich bereits jetzt umso mehr auf eine moderne Einrichtung, die 50 Kindern ab drei Jahren und 22 (statt bisher zehn) Krippekindern beste Voraussetzungen für ihre Entwicklung geben soll.


Sie ist nicht nur in die Jahre gekommen, die Anfang der 70er Jahre gebaute Kindertagesstätte Freiherr-vom Stein. Sie ist auch zu klein geworden. Denn entgegen der früheren Vorhersagen gibt es wieder mehr Kinder und zudem die wachsende Nachfrage nach Krippenplätzen. Eine Herausforderung, die die Stadt Neunkirchen zu bewältigen habe, sagte Oberbürgermeister Jürgen Fried beim Ortstermin zwischen Sandkasten und Schaukel. Die Sonne schien, als das kleine Empfangskomitee Staatssekretärin Christine Streichert-Clivot auf dem Außengelände der Kita willkommen hieß. Doch nicht nur deshalb war die Laune der Anwesenden blendend. Der Gast aus Saarbrücken überbrachte persönlich die Nachricht, dass die Kreisstadt Neunkirchen aus Bundesmitteln für die Kinderbetreuung mit 974 000 Euro rechnen kann. An den Baukosten, die sich insgesamt auf rund 2,7 Millionen Euro belaufen werden, beteiligt sich auch der Landkreis Neunkirchen mit 730 000 Euro. Außerdem übernehme der Kreis 36 Prozent der Personalkosten, wie Landrat Sören Meng berichtete. Dieser war mit einem besonderen Gefühl an aufgereihten Gummistiefeln durch den dunklen Flur gegangen. Als der kleine Sören 1974 den Kindergarten besuchte, war dieser noch „krachneu“ gewesen. Doch es gehe nicht nur um ein modernes Gebäude und mehr Platz, es gehe auch um die Qualität der Betreuung, betonte die Staatssekretärin. Eine Intension, die Bundesfamilienministerin Franziska Giffey mit ihrem „Gute-Kita-Gesetz“ fördere. Dazu zählen etwa die Reduzierung der Kiga-Gebühren, die Ausweitung der Betreuungszeiten oder ein besserer Betreuungsschlüssel. Die Wiebelskircher Kita werde im Herbst die Eltern nach den gewünschten Öffnungszeiten befragen, weiß deren Leiter Leißner. Derzeit können die Jungen und Mädchen von 7 bis 17 Uhr die Einrichtung besuchen.

Der Oberbürgermeister stellte in Aussicht, dass der Umzug aus der alten in die neue, in direkter Nachbarschaft liegende Kita im Juli 2019 erfolgen soll. Das neue Gebäude, entworfen vom Architekturbüro Latz, wird fast doppelt so groß sein. Durch die starke Hanglage ist eine Stützmauer mit Höhen von drei Metern erforderlich. Begonnen hat die Neunkircher Firma Linnebacher mit der Abstufung des Geländes. Wenn die Bodenplatte fertig ist, werden im Oktober Wände und Dach in Holzbrett-Fertigbauweise angeliefert und aufgebaut, erläuterte Hochbau-Ingenieur Eckhard Straßburger. Viel Holz und ruhige Farben sollen für eine warme Einrichtung, ein Wohlgefühl bei Kindern und Betreuern sorgen. Lennart, Felicia, Emircan und ihre Freunde freuen sich schon darauf.



Die neue Kindertagesstätte Freiherr-vom-Stein in Wiebelskirchen wird direkt hinter das bestehende Gebäude (rechst im Bild) neu gebaut. Die alte Kita wird nach dem Umzug abgerissen und das Außengelände überarbeitet.
Die neue Kindertagesstätte Freiherr-vom-Stein in Wiebelskirchen wird direkt hinter das bestehende Gebäude (rechst im Bild) neu gebaut. Die alte Kita wird nach dem Umzug abgerissen und das Außengelände überarbeitet. FOTO: Heike Jungmannn / Heike Jungmann