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Kindergärten werden teurer

Kindergärten werden teurer

Neunkirchen. Es klingt paradox: Obwohl die Elternbeiträge für städtische Kindertageseinrichtungen ab 1. August dieses Jahres steigen, "schenkt" die Stadt der Gesamtheit der Kindergarteneltern etwa 120 000 Euro

Neunkirchen. Es klingt paradox: Obwohl die Elternbeiträge für städtische Kindertageseinrichtungen ab 1. August dieses Jahres steigen, "schenkt" die Stadt der Gesamtheit der Kindergarteneltern etwa 120 000 Euro. Grund: Die Stadt Neunkirchen schöpft die gesetzlich erlaubte Abdeckung der umlagefähigen Personalkosten in den Kindertageseinrichtungen (2009 rund 4,1 Millionen Euro) durch die Eltern nicht aus - statt der möglichen 25 Prozent werden nur 22 Prozent umgelegt. "Wr haben das Mittel der Beiträge in den konfessionellen Kindergärten Neunkirchens als Maßstab genommen", so Oberbürgermeister Friedrich Decker. Demnach steigen die seit 2006 nicht mehr erhöhten Kindergartenbeiträge um 9,5 Prozent (siehe "Auf einen Blick"). Diesem Vorschlag der Gebührenkommission folgte der Stadtrat in seiner jüngsten Sitzung einstimmig. Mit den angepassten Elternbeiträgen, so räumt die Verwaltung ein, liegt Neunkirchen an der Spitze der saarländischen Städte. Wobei die anderen ihre Beiträge allerdings noch nicht an die "gesetzlich vorgeschriebene Personalsituation" angepasst hätten, heißt es. Das Saarländische Kinderbildungs- und -betreuungsgesetz, das seit 1. August 2008 in Kraft ist, schreibt nämlich unter anderem vor, dass bei Ganztagsbetreuung Hauswirtschaftskräfte fürs warme Mittagessen eingestellt werden müssen.Neunkirchen wird dem gerecht, indem es elf Hauswirtschafterinnen einsetzt. Zudem wurden nach Fertigstellung des Kindergartens Ringstraße, der ein erhöhtes Angebot an Krippen- und Ganztagsplätzen mit sich bringt, zum 1. Januar neun Erzieherinnen in Voll- und Teilzeit neu eingestellt. Was die Personalkosten naturgemäß beträchtlich nach oben treibt.Als "vertretbare Erhöhung" bezeichnete SPD-Fraktionschef Willi Schwender im Stadtrat den beschlossenen Schritt. Man passe damit die Elternbeiträge der gestiegenen Betreuungsqualität, der Haushaltslage und dem Standard der freien Träger an. Bereits in der Vergangenheit habe man durch den Verzicht auf eine Erhöhung die Kinder- und Familienfreundlichkeit der städtischen Kommunalpolitik unterstrichen. Durch die Beschränkung auf 22 Prozent spendiere man nun zehn Euro pro Monat und Kind. Dies sei besser als andere Steuervergünstigungen.

Hintergund680 Kinder sind zur Zeit in den 13 städtischen Kindertageseinrichtungen angemeldet. Für 168 von ihnen übernimmt der Landkreis ganz oder teilweise den Elternbeitrag, weil dies Familien mit geringem Einkommen laut Sozialgesetzbuch beim Kreisjugendamt beantragen können. 84 Kinder sind Geschwisterkinder, für die ein um 25 Prozent ermäßigter Beitrag gilt. Generell freigestellt vom Beitrag sind Eltern in dem Jahr, das dem Schulpflicht-Beginn ihres Kindes vorausgeht. Diese Kosten übernimmt das Land. gthAuf einen BlickBeispiele für die neuen monatlichen Beiträge: Regelkindergarten 81 Euro (bisher 74 Euro, + 9,5 Prozent, Kindertagesstätte 124 Euro (115, + 7,8 Prozent), Hortplätze nachmittags 57 Euro (51, + 11,8 Prozent), Kinderkrippe bei sechs Stunden Betreuung (Furpach) 163 Euro (156, + 4,5 Prozent), bei sieben Stunden (Lerchenweg) 190 Euro (182, +4,4 Prozent, bei neun Stunden (Kita Wiebelskirchen) 245 Euro (234, + 4,7 Prozent), bei zehn Stunden (Ringstraße) 272 Euro (neu).