Fußball: Kein „Wunder“ im Ellenfeld

Fußball : Kein „Wunder“ im Ellenfeld

Borussia Neunkirchen hat es nicht geschafft: Durch das 2:2 gegen Hassia Bingen ist der Oberliga-Aufstieg verpasst.

Aufstiegsrunden sind einfach nichts mehr für Borussia Neunkirchen. In den sechziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts war die Borussia noch zwei Mal in der Aufstiegsrunde zur Bundesliga erfolgreich. Doch bei seinen vergangenen drei Versuchen, über Aufstiegsrunden in höhere Ligen zu kommen, scheiterte der Traditionsclub: 1991 wurden die Hüttenstädter in der Aufstiegsrunde zur 2. Bundesliga Letzter. Das gleiche Schicksal ereilte die Borussen im Jahr 2000 in der Aufstiegsrunde zur Regionalliga Süd. Jetzt verpasste das Team von Trainer Björn Klos in der Aufstiegsrunde die Rückkehr zur Oberliga.

Ein 2:2 am Samstag vor 400 Zuschauern im Ellenfeld gegen Hassia Bingen war nach der 0:2-Niederlage am Mittwoch gegen die SF Eisbachtal zu wenig. Das Team von Trainer Björn Klos hätte einen Sieg mit zwei Toren Unterschied benötigt, um im Aufstiegsrennen zu bleiben. Wäre dieser Sieg mit zwei Toren Unterschied gelungen, wäre es unter den gegebenen Umständen schon fast ein kleines „Wunder vom Ellenfeld“ gewesen.

Denn ausgerechnet in den Aufstiegsspielen fehlten der Borussia Leistungsträger wie Jens Kirchen oder Tim Cullmann verletzt. Der Kader war gegen Bingen so ausgedünnt, dass im zweiten Aufstiegsspiel sogar Attila Serr aus der zweiten Mannschaft von Beginn an ran musste. Mit dessen Bruder Dennis und Arber Rustemi wechselte Klos zwei weitere Akteure aus der „Zweiten“, die in der Bezirksliga gegen den Abstieg kämpfte, ein.

Wegen all dieser Probleme war der Neunkircher Übungsleiter auch nicht unzufrieden mit dem Remis – auch wenn dies das Ende aller Aufstiegshoffnungen bedeutete. „Wir haben – seit ich hier Trainer bin – kein Heimspiel verloren. Diese Serie wollten wir halten und das ist uns gelungen“, meinte der Übungsleiter. Torhüter Philippe Persch, der sein Team mit einigen guten Paraden vor jener ersten Heimniederlage bewahrte, meinte: „Wenn wir die ganze Saison so gekämpft hätten wie in den beiden Aufstiegsspielen, hätten wir gar nicht in diese gemusst. Dann hätten wir den direkten Aufstieg geschafft.“ Teamkollege Tom Fink, der die Borussen bereits in der vierten Minute in Führung gebracht hatte, blickte nach der Partie in die Zukunft: „Es ist schade, dass wir es nicht geschafft haben. Aber wenn die ganzen Verletzten nächste Saison wieder an Bord sind, dann können wir wieder neu angreifen“, erklärte der 21-Jährige. „Und dann hoffentlich ohne Relegation aufsteigen.“ Das wird allerdings nicht ganz so einfach. Denn auch kommende Saison sind mit den beiden Oberliga-Absteigern Saar 05 und Eppelborn, Meister Herrensohr, der auf den Aufstieg verzichtete, oder dem SV Auersmacher starke Teams in der Saarlandliga vertreten. Und noch ist nicht ganz klar, welche Akteure Trainer Klos kommende Saison zur Verfügung hat. Einige Gespräche mit Spielern des aktuellen Kaders müssen noch geführt werden.

Fest steht, dass es mindestens vier Neuzugänge geben wird: Kevin Saks kommt aus Eppelborn, Furkan Erdogan von der SVGG Hangard, sowie Daniel Schlicker und Nino Kannengeißer (beide SC Friedrichthal). Sicher verlassen werden die Hüttenstädter Yannik Nagel (Co-Trainer FK Pirmasens II) und Nicolas Gil Rodiguez (Bahlinger SC). Zudem wird Marvin Gabriel ein halbes Jahr pausieren.

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