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Kein Globus in Neunkircher Betzenhölle
Kein Globus in der Betzenhölle

Patrick Weydmann, Bürgermeister von Merchweiler und Verbandsvorsteher Lik Nord.
Patrick Weydmann, Bürgermeister von Merchweiler und Verbandsvorsteher Lik Nord. FOTO: Andreas Engel
Neunkirchen. Bund droht mit Streichung von Geldern - Thema Globus für Lik Nord vom Tisch

Hätten die Mitglieder des Zweckverbands Lik Nord bereits im Dezember gewusst, wie man beim Bund zur Ausgliederung eines Teilstücks aus dem Naturschutzgroßprojekt steht, wäre die Abstimmung damals schon anders ausgefallen. Im Dezember sprach sich noch die Mehrheit der Verbandsmitglieder für eine Ausgliederung aus, was den Weg für eine Ansiedlung von Globus im Bereich der Neunkircher Betzenhölle geebnet hätte.


Am gestrigen Freitag, bei einem nicht öffentlichen Treffen, unterrichtete Verbandsvorsteher Patrick Weydmann den Mitgliedern noch einmal über den Tenor eines Gesprächs, das er Anfang Juni im Bundesumweltamt geführt hat. „Dort hat es ganz klar den Hinweis gegeben, dass der Bundesrechnungshof auf der Matte ist. Das härteste Mittel, das eingesetzt wird, wenn Förderkriterien nicht eingehalten werden, ist, dass Fördergelder einbehalten werden. Dieser Hinweis war deutlich“, sagt Verbandsvorsteher Patrick Weydmann. Bei einer Summe von 13,2 Millionen Euro - von denen bislang erst ein Teil geflossen ist -, mit denen der Bund das Naturschutzgroßprojekt fördert, würde eine Streichung dieser Gelder das Aus für das Projekt Lik Nord bedeuten.

Daher herrschte auch am Freitag Einigkeit unter den Verbandsmitgieldern darüber, ein solches Risiko nicht einzugehen. Das Thema Globus in der Betzenhölle ist damit also vom Tisch.



Bleibt die Frage, warum vom Bund nicht schon vor Monaten ein Signal kam. Das hätte viele hitzige Diskussionen in der Sache erspart. „Das ist in der Tat sehr ärgerlich. Wir alle hätten uns gewünscht, dass ein solcher Hinweis schon viel früher gekommen wäre“, betont Weydmann. In Bonn hätte man allerdings erklärt, dass man in solchen Angelegenheiten erst dann tätig werde, wenn ein Antrag des zuständigen Landesamtes vorliege.

Die saarländische Warenhauskette Globus hatte bereits Anfang Juni mitgeteilt sich nicht mehr auf die Betzenhölle zu versteifen. Man wolle „Standorte, die in vorausgegangenen Betrachtungen bereits ausgeschlossen wurden, nochmals intensiv auf Möglichkeiten einer geänderten Planung und deren wirtschaftlicher Machbarkeit prüfen“.