Jetzt kann es endlich los gehen

Jetzt kann es endlich los gehen

Neunkirchen. Es gibt noch Fußball-Muffel. Alle männlichen Befragten, die am Donnerstag die Mittagssonne auf dem Neunkircher Stummplatz genießen, wollen nicht an der Europameisterschaft 2008 (EM) interessiert sein. Komisch, dabei hat sich Neunkirchen für die an diesem Samstag beginnende EM doch ordentlich herausgeputzt

Neunkirchen. Es gibt noch Fußball-Muffel. Alle männlichen Befragten, die am Donnerstag die Mittagssonne auf dem Neunkircher Stummplatz genießen, wollen nicht an der Europameisterschaft 2008 (EM) interessiert sein. Komisch, dabei hat sich Neunkirchen für die an diesem Samstag beginnende EM doch ordentlich herausgeputzt. Überall hängen schwarz-rot-goldene Fahnen und Girlanden. Allein das Haus in der Bahnhofsstraße 19 ist mit sieben bestückt.Wie dem auch sei, Anneliese und Norbert Kiefer aus Neunkirchen sind jedenfalls bestens gerüstet. Seit vier Wochen schon liegt die Deutschland-Fahne im Auto griffbereit parat. Wohin sie allerdings kommt, darüber streiten sich die beiden 53-Jährigen noch. Sie ist für den gelben Lieferwagen, mit dem das Paar Ananas, Äpfel, Tomaten und Gurken für den Verkauf transportiert. Und er fürs traute Heim, dort, wo sämtliche Fußballspiele gemeinsam vor dem Fernseher verfolgt werden sollen. 3:1 wird Deutschland gegen Polen am Sonntag im österreichischen Klagenfurt gewinnen, tippt Norbert Kiefer, der die deutsche Elf bereits um den EM-Pokal kicken sieht. Während die Kiefers noch diskutieren, weiß Kiosk-Besitzer Bruno Bouillon (60), dass er sein Fähnchen ans Auto stecken wird. Mit einem nationalfarbenen Schal will Horst Kleer (60) aus Illingen der deutschen Mannschaft bis zum Endspiel fest die Daumen drücken. Ebenso wie Kiefer rechnet auch Kleer mit einem 3:1 für Deutschland. Weder Fahne noch Schal besitzt der 44-jährige Michael Maier. "Ein so großer Fußball-Fan bin ich nicht", sagt der Elektroniker aus Neunkirchen. Trotzdem will er sich einige Spiele anschauen, wenn er Zeit und Lust dazu hat. Ähnlich denkt Daniel Sylvester aus Urexweiler. Dem 14-jährigen Schüler ist das Taschengeld für irgendwelche Fan-Artikelchen zu schade. Mit seinen Eltern will er sich im Fernsehen anschauen, wie Deutschland spielt. Sein Tipp für Sonntagabend lautet 1:0 für die Jungs von Jogi Löw. Kelly Zimmer (15) aus Hirzweiler wiederum traut ihnen ein 2:1 gegen Polen zu. Änderungsschneider Ilyas Cakmak (60) kann den Samstagabend kaum noch abwarten. Im Vereinslokal in der Schwebelstraße wollen sich die Mitglieder des türkischen Sportclubs immer zum gemeinsamen Fußballgucken treffen. Für das Endspiel wünscht sich Cakmak, dass die türkischen Star-Kicker gegen die deutschen antreten. Wenn die eine Mannschaft nämlich verliere, können sie sich halt mit der anderen freuen. Auch im italienischen Olympia Club geht es schon hoch her: Geschäftsführer Philippo Mazza (18) will alle EM-Spiele auf eine Großbildleinwand übertragen. Kommen dürfen alle Mitglieder und andere. Man will international sein. "Die Deutschen hauen die Polen weg mit 3:1", ruft ein Gast des Vereinslokals.

Auf einen BlickWer die Spiele der Deutschen, Halbfinale und Finale gemeinsam mit anderen ansehen will, der hat dazu Gelegenheit am Centrum für Freizeit- und Kommunikation im Nassenwald in Spiesen-Elversberg. Hier kann man die Spiele in der CFK-Sportsbar oder auf der Großbildleinwand in der Eventhalle sehen. Bei schönem Wetter wird auf der Terrasse übertragen. Live-Übertragung: Sonntag, 8. Juni, Deutschland - Polen, 20.45 Uhr; Donnerstag, 12. Juni, Kroatien - Deutschland, 18 Uhr; Montag, 16. Juni, Österreich - Deutschland, 20.45 Uhr; erstes Halbfinale, Mittwoch, 25. Juni, 20.45 Uhr; zweites Halbfinale, Mittwoch, 26. Juni, 20.45 Uhr; Finale, Sonntag, 29. Juni, 20.45 Uhr. Sollte die deutsche Nationalmannschaft das Viertelfinale erreichen, wird man die Spiele während des Speckenbachfestes in Landsweiler-Reden (20. bis 22. Juni) auf Großleinwand sehen können. red