Innenminister Bouillon übergibt Neunkirchen Scheck über zwei Millionen Euro für Stadion Ellenfeld

Neunkircher Wahrzeichen : Dicke Finanzspritze vom Land fürs Ellenfeld

Für die Sanierung des Stadions von Borussia Neunkirchen stehen in den kommenden Jahren mehr als zwei Millionen Euro zur Verfügung.

Borussia Neunkirchen ist ein echter Traditionsverein. Doch die Dinos des Fußballsportes haben es schwer. Wie schwer, das zeigt sich nicht nur an der sportlichen Situation der Borussia als Club der sechsten deutschen Liga, es zeigt sich insbesondere an der gleichermaßen altehrwürdigen Spielstätte des Vereins, dem Ellenfeld-Stadion. Sein Erhalt steht seit Jahren auf der Kippe. Von der Luxus-Sanierung bis zum Abriss war alles im Gespräch. Jetzt gibt es ein positives finanzielles Signal:  Bei einer Pressekonferenz im Rathaus hat der saarländische Innenminister Klaus Bouillon am Montag der Kreisstadt Neunkirchen einen symbolischen Scheck übergeben. Zwei Millionen Euro stehen damit für die Sanierung des Ellenfeldstadions zur Verfügung. Der Minister erklärte zudem, dass die Sportplanungskommission des Landes vielleicht ja noch mit einsteigen würde. In der Regel würde die ja ein Drittel der Kosten tragen. Ob allerdings eine weitere Million in Aussicht stünde, wollte Bouillon nicht mit Ja beantworten. Nur so viel: Die zwei Millionen Euro sind sicher. Neunkirchens Oberbürgermeister Jürgen Fried ergänzte, natürlich werde auch die Stadt noch einen eigenen Anteil drauflegen.

Geld für die Substanz des Stadions

Das Geld des Ministeriums soll in „substanzerhaltende Maßnahmen“ fließen, wie Fried betonte. Die Unterstützung werde über einen Zeitraum von drei Jahren gestreckt. Die jüngste Inspektion des Ellenfelds durch eine Ingenieurgesellschaft, erläuterte der OB weiter, war 2017. Die Experten kamen dabei für die akut anliegenden statischen Instandsetzungsmaßnahmen auf eine Bausumme von etwa 2,19 Millionen Euro. Die Erneuerung der Stehränge ist demnach auf Kosten in Höhe von 720 000 Euro veranschlagt. Die Betonsanierung der Haupttribüne dürfte 350 000 Euro verschlingen. Die sogenannte „Spieser Kurve“ könnte verschwinden. Aber auch der Abriss käme teuer: 370 000 Euro sind dafür nach der Expertenmeinung zu veranschlagen. Weitere wichtige Arbeiten sind die Instandsetzung des Kellers der Haupttribüne und ein Korrosionsschutz des Tribünendachs. Was jetzt wann erneuert wird, steht noch nicht fest. OB Fried sagte, die Stadt werde sich mit den Verantwortlichen des Vereins ins Benehmen setzen.

Stadt ist Besitzerin

Das Ellenfeld-Stadion sei ein wichtiges Thema in der Stadt. Es habe in der Vergangenheit auch Stimmen gegeben, es abzureißen. Dies sei aber kommunalpolitisch nicht zu verantworten. Er sei froh, jetzt kurz vor Ende seiner Amtszeit (am 1. Oktober übernimmt Jörg Aumann den Posten des OB) die Sanierung verkünden zu dürfen. Fried erinnerte an die lange Historie von Verein und Stadion, an die Bundesliga-Jahre in den 60ern. 2002 habe es die letzte größere Sanierung gegeben, allerdings sei die Substanzerhaltung vernachlässigt worden. Besitzerin des Stadions ist die Stadt.

Abriss der „Spieser Kurve“?

Zwei Förderanträge beim Bund, mit denen ein multifunktionales Sport-Ensemble entstanden wäre, blieben ohne Erfolg, erläuterte Fried weiter. Das wäre aber auch eine Investition von acht bis neun Millionen Euro gewesen. Jetzt könne die Stadt mit dem Millionenbetrag des Landes das tun, was längst überfällig sei. Neben Haupttribüne, Stehrängen und Abriss der „Spieser Kurve“ (noch nicht sicher nach Frieds Worten) geht es auch um den Keller unter der Haupttribüne und einen neuen Korrosionsschutz des Tribünendachs.

Kein neues Flutlicht

Dass das Ellenfeld dann in drei Jahren rundum hübsch ist, darf niemand erwarten. Für einen „ordnungsgemäßen Betrieb“, wie es im Rathaus heißt, stehen in den kommenden Jahren weitere Arbeiten an. Einer neuen Flutlicht-Anlage erteilte Fried eine Absage. Das habe sicher nicht erste Priorität, beantwortete er bei der Pressekonferenz eine Frage. Ein „hübsches Stadion“ koste sicher über vier Millionen Euro. Das Geld dazu ist nicht vorhanden. Und auch so stehen in den kommenden Jahren weitere Investitionen an in den Räumen des Stadions.

Minister Bouillon spricht von Abschiedsgeschenk

Der letzte große Umbau des Stadions erfolgte in den 60er Jahren zur Bundesliga-Arena. Foto: Archiv Borussia Neunkirchen
Diese Tribüne wurde 1933 gebaut. Und in den 1960ern durch einen Neubau ersetzt. Foto: Archiv Borussia Neunkirchen

Das Land werde sich aus den Abläufen der Sanierung raushalten, sagte Minister Bouillon. Und der CDU-Mann erläuterte vor der Presse, das Geld fürs Ellenfeld-Stadion sei für den SPD-Bürgermeister Fried auch so etwas wie ein Abschiedsgeschenk. Denn beide seien gut miteinander ausgekommen. Dass die zwei Millionen Euro vom Land fließen, sei ein Verdienst des Oberbürgermeisters, betonte Bouillon. Den Freunden des altehrwürdigen Stadions wird dieser Hinweis auf eine echte Männerfreundschaft nur recht sein. Im Ellenfeld müssen die Lichter jetzt nicht ausgehen.