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| 20:28 Uhr

Fußball
„Im Moment nur elf gesunde Feldspieler“

Hut ab: Trainer Björn Klos hat Borussia Neunkirchen wieder auf die Erfolgsspur gebracht.
Hut ab: Trainer Björn Klos hat Borussia Neunkirchen wieder auf die Erfolgsspur gebracht. FOTO: Thomas Wieck / Wieck
Seit Björn Klos Trainer bei Fußball-Saarlandligist Borussia Neunkirchen ist, ist der Erfolg zurück. Von Mirko Reuther

Herr Klos, am 24. Februar beginnt für Borussia Neunkirchen die Restrunde mit einem Heimspiel gegen die Sportfreunde Köllerbach. Wie läuft die Vorbereitung?

Björn Klos: Es gibt Licht und Schatten. Ich bin zufrieden damit, wie die Mannschaft arbeitet. Das spiegelt sich auch in den Testspielen wider. Wir haben gegen die Oberligisten FSV Jägersburg und FV Eppelborn gewonnen. Auf der anderen Seite hat sich die personelle Lage in der Winterpause nicht so entspannt, wie wir es uns gewünscht haben. Im Gegenteil

Wer fällt abgesehen von den Langzeitverletzten Philippe Persch und Yannick Bach aus?

Klos: Bei Tim Cullmann ist eine alte Adduktorenverletzung wieder aufgebrochen. Er ist gerade operiert worden und wird wohl sechs Monate ausfallen. Außerdem hat sich Lionel Schmidt am Syndesmoseband verletzt. Und Momo Diallo hat sich einen Bänderriss zugezogen.

Darüber hinaus hat Mittelfeldspieler Mehdi Lomma den Verein im Winter verlassen und ist nach Belgien zurückgekehrt.

Klos: Da muss man den menschlichen Aspekt betrachten. Er ist 19 Jahre alt und war zum ersten Mal aus der Heimat weg. Es war nicht leicht, an ihn heranzukommen. Er hat sich nicht richtig zu Hause gefühlt. Aus fußballerischer Sicht ist es schade. Aber mit Tom Fink haben wir einen sehr guten Ersatz verpflichtet.

Fink kam vom Oberligisten FC Hertha Wiesbach. Was bringt er mit?

Klos: Er ist schnell, variabel und wird uns definitiv weiterhelfen. Das hat er in den Testspielen schon unter Beweis gestellt.

Die personelle Situation ist trotzdem angespannt?

Klos: Ja, uns stehen im Moment nur elf gesunde Feldspieler zur Verfügung. Viel darf vor dem Spiel gegen Köllerbach nicht mehr passieren. Da wird mir schon ein bisschen mulmig. Hätten wir gewusst, wer sich noch alles verletzt, hätten wir personell eventuell noch nachgelegt.

Vor ihrem Amtsantritt mitten in der Saison wollten Sie der Mannschaft zunächst das kleine Fußballeinmaleins vermitteln. Nun haben Sie zumindest die komplette Wintervorbereitung. Worauf hat der Fokus gelegen?

Klos: Als ich angefangen habe, hatte die Mannschaft wenig Selbstbewusstsein. Da war psychologisch eine schwierige Situation. Das war es wichtig, die Mannschaft mental auf Vordermann zu bringen und an die Grundtugenden zu erinnern. Jetzt machen wir mehr im taktischen Bereich. Aber mein Grundsatz, dass Fußball zuallererst gearbeitet werden muss, ist immer noch derselbe.

Hand aufs Herz, vor ihrem Amtsantritt hat sich die Mannschaft oft desolat präsentiert. Erst im August 2017 war das drohende Insolvenzverfahren gegen Borussia Neunkirchen endgültig abgewendet. Haben Sie Bedenkzeit gebraucht, als das Angebot der Borussia kam?

Klos: Es gab vor der Vertragsunterschrift drei Gespräche, bei denen das Präsidium einen guten Eindruck auf mich gemacht hat. Dass in der Mannschaft Potential steckt, war klar. Ich wusste: Es ist eine Riesenherausforderung, aber auch eine Riesenchance, einen Traditionsverein wieder auf Kurs zu bringen.

Wenn Sie davon berichten, wie Sie die Mannschaft wieder in die Erfolgsspur zurückgebracht haben, hört sich das sehr einfach an. War es das?

Klos: Es war wirklich vergleichsweise einfach. Charakterlich ist die Mannschaft einwandfrei und ich bin vom Alter her nicht weit weg von den Spielern. Da haben wir schnell eine gemeinsame Basis gefunden. Es hat gereicht, ein paar klare Grundregeln aufzustellen.

Sie waren schon vor ihrem Amtsantritt im Ellenfeldstadion und haben gesagt, dass es traurig sei, dass die Anhänger der Gäste dort mittlerweile in der Mehrzahl seien. Konnten Sie einige Borussia-Fans mittlerweile zurückgewinnen?

Klos: Ich denke schon. Wenn da draußen auf den Rängen positiv Bekloppte stehen, deren Herz an der Borussia hängt, muss es das Mindeste sein, dass wir auf dem Platz 90 Minuten alles rausfeuern. Wenn die Zuschauer das sehen, verzeihen sie auch einen schlechten Tag. Das Maximum rauszuholen, sollte für uns auch keine Arbeit sein. Für jeden Spieler war Fußball mal ein Hobby – und das Spiel am Wochenende der Höhepunkt der Woche.

Neunkirchen liegt nach katastrophalem Saisonstart wieder in Schlagdistanz zu den Aufstiegsrängen. Die Fans träumen von der Oberliga.

Klos: Und das dürfen sie auch. Ich bin aber Realist und breche nicht so leicht in Euphorie aus. Ich weiß, dass der Aufstieg gerade angesichts der angespannten personellen Situation eine schwere Aufgabe ist.

Der Aufschwung bei der Borussia ist eng mit ihrem Namen verknüpft. Setzt Sie das unter Druck?

Klos: Ich mache mir selbst keinen Druck. Und bekomme auch keinen vom Vorstand der Borussia. Da gibt es keine Ansage: Du musst jetzt unbedingt die nächsten Spiele gewinnen. Das Vertrauen will ich natürlich zurückgeben.

Die Fragen stellte Mirko Reuther