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Funkmast
Wustweiler Bürger applaudieren nach Nein zu Mobilfunkmast

Illingen/Wustweiler. Eine Bauausschusssitzung wie die am Dienstagabend mit so großem öffentlichem Interesse hat es in Illingen noch nicht gegeben. Grund fürdie Mobilmachung war der Tagesordnungspunkt „Errichten eines Mobilfunkmastes im Landschaftsschutzgebiet Hosterwald“. Von Maria Boewen-Dörr

Eine Gemeinschaft von Bürgern will das verhindern, weil sie zum einen keine optische Verschandelung des Erholungsgebietes Hosterwald durch einen Mast, der die umliegenden Bäume um mehr als 30 Meter überragt, haben will. Zum anderen, weil die Wohngebiete Stockberg, Haberfeld, Brühlstraße und Walkmühle durch eine 400 000-Volt-Starkstromleitung bereits jetzt schon einer sehr hohen elektromagnetischen Strahlung ausgesetzt seien. Hinzu komme eine beachtliche elektromagnetische Strahlung durch den in sechs Kilometer Entfernung befindlichen Radiosender auf der Göttelborner Höhe. „Wir sind der Ansicht, dass das vertretbare Maß an elektromagnetischer Strahlenbelastung durch die bereits vorhandene Strahlung bei Weitem ausgeschöpft und eine zusätzliche Belastung durch einen weiteren Mobilfunkmast in der geplanten Größenordnung nicht mehr hinzunehmen ist“, begründet die Gruppe ihre Bedenken, die sie auch auf einem Faltblatt zusammengefasst hat. All diese Gründe waren für die Mitglieder des Ausschusses Umwelt, Planen und Bauen plausibel. Des Weiteren hat sich die Gemeindeverwaltung mit dem Thema auseinandergesetzt und auch die rechtliche Seite durch Professor Holger Kröninger prüfen lassen. Für die jeweiligen Sprecher der Fraktionen (Guido Jost für SPD, Linke und Bündnis 90 – die Grünen) und Georg Johänntgen als Sprecher des CDU-Ortsverbandes Wustweiler) waren die Argumente der Bürgergemeinschaft nachvollziehbar und die Informationen des Bürgermeisters Armin König zum Thema eine wichtige Entscheidungshilfe. Das gesamte Plenum stellte deshalb das Einvernehmen nicht her, so dass der geplante Funkmast derzeit nicht errichtet werden kann. König und Jost waren sich einig, dass dies noch lange nicht das Ende der Fahnenstange sei. „Dieses Thema wird uns sicherlich noch eine Weile beschäftigen“, so die Kommunalvertreter, die erstmals in einer Bauausschusssitzung für ihre Entscheidung tosenden Applaus bekamen. „Das gab‘s noch nie“, witzelte Jost.