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Wochenkolumne aus Neunkirchen zur Schließung der Klinik

Kolumne : Kirchlich, sozial, anständig?

Ein Unternehmen wechselt seinen Standort. Daran ist zunächst einmal nichts auszusetzen. Es ist auch nicht unüblich, dass ein solcher Wechsel für den ursprünglichen Standort von Nachteil ist, während das Unternehmen am neuen Standort mit offenen Armen empfangen wird.

So gesehen ist der Standortwechsel der Rehaklinik von Illingen nach Weiskirchen ein gängiges Prozedere. Es ist viel mehr die Art und Weise, wie dieser Wechsel sich angedeutet und wie er zustande gekommen ist, die Fragen aufwirft. Während nämlich die Verantwortlichen der Cusanus Trägergesellschaft Trier (CTT) mit den Verantwortlichen in Weiskirchen Nägel mit Köpfen gemacht haben, blieb Illingen außen vor. Die Frage muss erlaubt sein: Zeugt ein solcher Umgang mit Entscheidungsträgern einer Gemeinde, die über viele Jahrzehnte ein verlässlicher Partner war, von Anstand? Dass für die CTT St. Hedwig in Illingen nicht gerade ein geliebtes Kind war, ist längst kein Geheimnis mehr. Schon einmal wollte man abwandern. Damals, 2013, fiel die Entscheidung noch zugunsten Illingens aus. Es wurde für den Standort gekämpft. Die Leute gingen auf die Straße. Ein Zeichen dafür, wie wichtig ihnen der Erhalt der Klinik war und ist. Wer sich in den letzten Jahren allerdings in der und um die Klinik umgeschaut hat, konnte unschwer erkennen, dass man diese, nun ja, verlottern ließ. Die Schließung war offensichtlich nur noch eine Frage der Zeit. CTT ist ein kirchliches Gesundheits- und Sozialunternehmen. Kirchlich, mithin christlich, und sozial also. Sollte man da nicht etwas mehr Transparenz, etwas mehr Ehrlichkeit, ja, auch etwas mehr Anstand erwarten dürfen? Ich finde schon.