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Fußball
Wiesbach verliert Finale – und Recktenwald

Völklingens Moritz Zimmer (rechts)  lässt Wiesbachs Fabio Pelagi über die Klinge springen.
Völklingens Moritz Zimmer (rechts) lässt Wiesbachs Fabio Pelagi über die Klinge springen. FOTO: Thomas Wieck
Saarbrücken. Fußball-Oberligist FC Wiesbach hat die Titelverteidigung beim Hallenmasters verpasst. Torjäger verlässt den Club. Von Philipp Semmler

Mit einem trockenen Distanzschuss hat Jannik Meßner den FC Hertha Wiesbach unsanft aus seinen Träumen von der Titelverteidigung beim Volksbanken-Masters des Saarländischen Fußballverbandes gerissen. Der 19-Jährige Abwehrspieler von Regionalligist Röchling Völklingen überwand 90 Sekunden vor dem Ende des Endspiels zwischen Wiesbach und den Hüttenstädtern Hertha-Schlussmann Julian Wamsbach zum 3:2-Siegtreffer für Röchling.



Vor dem Finale hatte Wiesbach alle Begegnungen beim Masters in der Saarbrücker Saarlandhalle souverän gewonnen – umso größer war die Enttäuschung über die Endspiel-Niederlage. „Wir haben vier überragende Spiele gemacht, dann aber ausgerechnet im Finale nur ein ordentliches“, erklärte Wiesbachs Trainer Michael Petry stöhnend. „Wir wollten den Titel verteidigen, deshalb sind wir schon enttäuscht“, so der 41-Jährige weiter. „Nach dem Sieg letztes Jahr noch mal ins Finale zu kommen, darauf können wir aber stolz sein. Wir haben eine super Hallenrunde gespielt, es gibt keinen Grund jetzt den Kopf hängen zu lassen.“

Vor dem 2:3 im Endspiel gegen Völklingen hatte sich Wiesbach – unterstützt von rund 250 Anhängern – routiniert und abgezockt präsentiert. In allen drei Vorrundenspielen ließen die Gelb-Schwarzen dem Gegner fast keine Chance. Das Auftaktspiel gegen den FC Rastpfuhl wurde mit 3:1 gewonnen – und schon nach dem 3:1 in der zweiten Partie gegen Hellas Bildstock stand der Titelverteidiger vorzeitig als Halbfinal-Teilnehmer fest.

Für die Petry-Truppe war dies aber kein Grund im letzten Gruppenspiel gegen die SF Köllerbach Gas rauszunehmen: Mit einem klaren 5:1 gegen die Sportfreunde sicherte sich der Oberligist den Gruppensieg. Danach präsentierte sich die Hertha auch im Halbfinale bärenstark: Gegen die SG Lebach-Landsweiler gab es einen überzeugenden 4:0-Erfolg.

Am Rande des Masters bestätigte Hertha-Coach Petry auf SZ-Nachfrage, dass Torjäger Björn Recktenwald den Club am Saisonende verlassen wird. Recktenwald, der beim Masters nicht im Kader war, will berufsbedingt kürzer treten. Der ehemalige deutsche Junioren-Nationalspieler war im Sommer 2013 von Regionalligist FC Homburg zur Hertha gekommen und erzielte seitdem 75 Treffer für die Gelb-Schwarzen. In der Saison 2015/16 wurde er mit 27 „Buden“ Torschützenkönig der Oberliga Rheinland-Pfalz/Saar.



Wohin der 25-Jährige wechselt ist noch offen. „Ich habe noch keinen neuen Verein. Vermutlich wird in der nächsten Woche eine Entscheidung fallen“, so der Torjäger. Recktenwald ist damit neben Kapitän Mike Baier der zweite feststehende Wiesbacher Abgang im kommenden Sommer. Baier wird nächste Saison gemeinsam mit Jeremy Groß (Röchling Völklingen) Spielertrainer bei Landesligist SV Humes (ausführlicher Bericht zu diesem Thema folgt).

Nach dem Masters liegt bei Wiesbach der volle Fokus übrigens jetzt wieder auf der Feldrunde in der Oberliga Rheinland-Pfalz/Saar vor. Seit dem 15. Januar bereitet Trainer Petry den aktuellen Tabellen-Sechsten auf das erste Spiel nach der Winterpause am 24. Februar gegen den FV Diefflen vor.

„Bisher läuft die Vorbereitung gut. Wir haben einen Leistungstest gemacht und der hat gute Ergebnisse gebracht“, freut sich Petry. Am morgigen Mittwoch bestreitet die Hertha beim Verbandsligisten SV Ritterstraße auch ihr erstes Testspiel nach der Winterpause.