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Wie die Stones als Kammermusik

Erstmals gastierte auch das Kreiusjugendorchester Neunkirchen bei der Großen Nachtmusik in der Illinger Illipse. Fotos: Andreas Engel
Erstmals gastierte auch das Kreiusjugendorchester Neunkirchen bei der Großen Nachtmusik in der Illinger Illipse. Fotos: Andreas Engel
Illingen. Jazz, Blues, Stones oder Orchesterstücke: die diesjährige, 26. Große Nachtmusik in der Illinger Illipse bot den rund 300 Gästen ein abwechslungsreiches Programm, um in den Jahreswechsel am Folgetag zu starten. Andreas Engel

"Ich war schon mehr als 20 Mal auf der Großen Nachtmusik in Illingen . Und immer war ich angenehm über rascht und freute mich über die Musik, die man sonst nicht häufig hört. Die Große Nachtmusik ist immer ein wunderbarer Jahresabschluss mit Freunden", sagte Werner Raue, der zusammen mit fast 300 Gästen die Illipse zur nunmehr schon 26. Nachtmusik am Vortag von Silvester besuchte. Und den vielen Leuten wurde gleich zu Beginn im Foyer von der Saarbrücker Formation Dizzy Thang mächtig eingeheizt. Die vier Jungs haben den Blues im Blut, ganz so als ob sie Wasser aus dem Mississippi getrunken und Baumwolle gepflückt hätten. Schloss man die Augen, konnte man die Blueslegenden wie Muddy Waters oder Willie Dixon spüren.



Als das bislang "in der Geschichte der Großen Nachtmusik größte Ereignis" kündigte der ebenso zurückhaltende wie kenntnisreiche Moderator Andreas Goldbach das Kreisjugendorchester Neunkirchen an. In der Tat, der Auftritt der jungen Talente unter dem Dirigat von Claudia Wälder-Jene war riesig.

Nachdem Wollie Kaiser von Blowin'up Stones den Autor dieser Zeilen für die tolle Kritik ihres Auftrittes im letzten Jahr lobte, obwohl die Gruppe wegen Erkrankungen gar nicht auftreten konnte, bestätigten die Musiker das Vorab-Lob vom Vorjahr eindrucksvoll. Die Musik der Rolling Stones, wie sie Wollie Kaiser und Freunde geboten haben, hört die Musikwelt in dieser Ausprägung nicht häufig; "Rolling Stones go Kammermusik ".

Die Große Nachtmusik ist nun schon so alt, und doch finden die Macher der AG Nachtmusik immer wieder Neues. Erstmals gastierte mit InfiNight eine Metalband, eine formidable Herausforderung für den Jazzchor 92 Hertz, die die mehr als 40 Sängerinnen und Sänger meisterten und den Spannungsbogen bei den Gästen in der Illipse mit Jazzstandards, Swing und Weltmusik aufrecht erhielten.

Micro Man am Schlagzeug und Willi O'Willi mit Elektro-Hardcore Pop setzten weitere Akzente im vorsilvestrigen Abendprogramm. Für die Cover-Band Roxanne Plays The Police sprang Vegas Azurro mit Frank Altpeter und Mathias Kolbe ein, von "Ersatz" kann man bei diesen beiden Illinger Buben nicht reden. Auch sie coverten überwiegend Police-Songs.



Seit 1991 kümmert sich die AG Nachtmusik um das musikalische Wohl der Menschen, die sich auch auf ungewöhnliche und eigenwillige Musik einlassen können und wollen. Für dieses Engagement gab es auch schon eine Reihe von Ehrungen und Auszeichnungen. Der Reinerlös der 26. Auflage der Großen Nachtmusik geht in diesem Jahr an die THW-Helfervereinigung Illingen .

Mit etwas Wehmut verfolgte Helmut Jochem die Veranstaltung. Er gedachte der verstorbenen Protagonisten der Nachtmusik Johannes Goldbach, Bernhard Morath und Jochen Krämer, die mit den vielen anderen Mitstreitern dem musikalischen Illingen einen Stempel aufgedrückt haben. Heidi Recktenwald und Charly Sieg aus Uchtelfangen waren zum ersten Mal zu Gast bei der Nachtmusik. "Das musikalische Angebot und das Publikum waren toll gemischt und abwechslungsreich" bilanzierten sie. "Wir kommen wieder".

Die Nachtmusik bot auch in diesem Jahr wieder ein facettenreiches Künstlerprogramm.
Die Nachtmusik bot auch in diesem Jahr wieder ein facettenreiches Künstlerprogramm.
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