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Wemmatia Wemmetsweiler will wieder in die Landesliga

Amateurfußball : Wemmetsweiler will wieder nach oben

Der SC Wemmatia ist letzte Saison in seinem 90. Jubiläumsjahr in die Fußball-Bezirksliga abgestiegen. Der Vorsitzende des Vereins sieht Vorteile in der neuen Spielklasse. Lange dort bleiben will er aber nicht.

(sho) Für den SC Wemmatia Wemmetsweiler war das Corona-Jahr 2020 kein schönes. Im Gegenteil. Die Pandemie verhagelte der Wemmatia nicht nur das 90-jährige Jubiläum. Weil der Saarländische Fußballverband auch beschloss, dass die letzte Saison zwar abgebrochen wird , es im Gegensatz zu anderen Verbänden aber trotzdem Absteiger geben wird, musste der SC als Schlusslicht der Landesliga Nord auch den bitteren Gang in die Bezirksliga antreten.

Die sportliche Enttäuschung war riesig, trotzdem warfen die Wemmetsweiler nicht alles über den Haufen, sondern verständigten sich mit Trainer Markus Zewe darauf, gemeinsam in der Bezirksliga Neunkirchen einen Neustart zu wagen. Und dass der Vorstand des SC die Nerven behielt, zahlt sich in der laufenden – aber derzeit unterbrochenen Saison aus. Wemmetsweiler führt die Liga nach sechs Partien mit 16 Punkten an. Die SG Hirzweiler-Welschbach/Stennweiler ist der Wemmatia allerdings dicht auf den Fersen. Auch die SG hat 16 Zähler auf der Habenseite. Sie hat allerdings schon eine Begegnung mehr ausgetragen. Auch der Dritte SV Bubach-Calmesweiler liegt mit 15 Punkten in Schlagdistanz. Im direkten Aufeinandertreffen zwischen Wemmetsweiler und Bubach zeigte die Wemmatia aber ihr vielleicht bestes Saisonspiel und behielt klar mit 4:1 die Oberhand.

Seit fast genau einem Jahr ist Marco Pfeiffer 1. Vorsitzender des SC Wemmatia. Der 35-Jährige trauert zwar noch immer ein wenig der Landesliga nach – blickt aber auch optimistisch nach vorne. „Der Abstieg war die Folge eines schleichenden Prozesses“, analysiert der Vorsitzende. „Im Hinblick auf die Qualität der Mannschaft hätten wir nicht absteigen müssen“ hadert er zwar. Dass Wemmetsweiler nun in der Bezirksliga gegen den Ball tritt, habe aber auch Vorteile. „Jetzt spielen wir wieder ganz vorne mit. Das freut auch unsere Zuschauer. Die Wemmatia-Fans sind zwar immer treu, aber es ist schön zu sehen, wie sie zusammen mit der Mannschaft endlich wieder Siege feiern können. Und das Team spielt in dieser Liga ohne den Druck, dass es gegen den Abstieg geht, freier auf.“

Sich auf lange Sicht mit der Bezirksliga arrangieren wollen sich die Wemmetsweiler aber nicht. „Wir wollen wieder in die Landesliga. Dass das kein Selbstläufer wird, wissen wir natürlich genau. Aber das muss einfach unser Ziel sein“, sagt Pfeiffer. Und er verspricht: „Wir wollen nicht großspurig klingen, aber die Landesliga ist für uns auch nicht zwangsläufig das Ende der Fahnenstange. Wir haben gute Gespräche mit potenziellen Neuzugängen geführt. Wenn alles so klappt, wie wir uns das vorstellen, werden wir hier eine richtig starke Mannschaft zusammenzustellen“. Auf Biegen und Brechen erzwingen will der Verein aber nichts. „Wir verfolgen einen klaren Plan, aber der ist auf die nächsten drei Jahre angelegt“, erklärt der Vorsitzende.

In diesem Winter wird sich personell deshalb voraussichtlich wenig tun. „Wir haben ja eine Mannschaft zusammen, die das richtig gut gemacht hat. Von daher sehe ich jetzt im Winter keinen großen Bedarf. Die Gespräche, die wir führen, beziehen sich eher auf Neuverpflichtungen nach dieser oder sogar erst nach der übernächsten Saison“, sagt Pfeiffer.

Angesichts der Spitzenposition des SC Wemmatia hofft er darauf, dass die derzeit unterbrochene Saison nicht annulliert wird, sondern zumindest noch so lange fortgesetzt wird, dass sie gewertet werden kann. „Und wenn das der Fall ist, wollen wir auf einem Aufstiegsplatz stehen. Wir wissen aber, dass die Konkurrenz wirklich nicht ohne ist. Sollte es irgendwann wieder weitergehen, müssen wir sofort da sein“, fordert der Vereinschef.

Auch wenn sich in diesem Winter im Hinblick auf den Kader voraussichtlich nichts tun wird, konnte Pfeiffer eine Personalie dann doch bereits verkünden. Trainer Markus Zewe wird über die aktuelle Saison hinaus in Wemmetsweiler bleiben. „Markus ist ein richtig guter Trainer. Und er hat hier noch einiges vor“, freut sich Pfeiffer.