Weihnachtsmarkt Illingen und Ottweiler locken viele Gäste

Weihnachtsmarkt Illingen : Kalt und trocken: Weihnachtsmarkt-Wetter

Am Wochenende ging es landauf landab sehr vorweihnachtlich zu. Illingen und Ottweiler bestechen mit heimeligen Veranstaltungen.

„Wissen Sie, was mir am besten auf dem Illinger Weihnachtsmarkt gefällt, das ist die stimmungsvoll Atmosphäre am Burgviereck“, sagte Melanie Walter aus Dirmingen, die sich zu den Stammgästen des Illinger Burg-Adventsmarkt zählt. Zusammen mit zwei Freundinnen war sie am Freitag unterwegs, schlenderte durch die Gässchen, die die Stände bildeten, und in die sich später am Abend tausende von Besuchern drängten. Der Heimat- und Kulturring Illingen, der mit engagierten Mitarbeitern der Gemeinde den Markt in diesem Jahr organisierte, hat den Illingern und ihren Gästen wieder mal ein schönes, vorweihnachtliches Geschenk gemacht.

Seit sechs Jahren findet der Adventsmarkt in dieser Form statt. Zuvor fand der Weihnachtsmarkt auf dem Werner-Woll-Platz in der Ortsmitte statt. Maßgeblich an der Neuausrichtung des vorweihnachtlichen Events war und ist Marina Noll. Ihr dankte Ortsvorsteher Wolfgang Scholl bei der Eröffnung ganz besonders. In diesem Jahr war sie erkrankt, aus diesem Grund musste und ein starkes Team aus Mitarbeitern der Gemeinde und einer fünfköpfigen Arbeitsgemeinschaft Weihnachtsmarkt für die erfolgreiche Veranstaltung sorgen. Bürgermeister Armin König war ebenfalls des Lobes voll und sprach von einer wichtigen Veranstaltung für die Brauchtumspflege. Der Burg-Adventsmarkt sei eine Marke für die Gemeinde Illingen. 40 Stände bildeten ein richtiges Weihnachtsdorf, zeitweise gab es kaum ein Durchkommen. Die Besucher gruppierten sich um die vielen Stehtische, genossen den Punsch oder Glühwein und ließen sich von der Adventsstimmung tragen.

In historischer Atmosphäre mitten in einem Meer aus Lichtern und Kerzenschein trafen sich Leute, die sich lange nicht gesehen haben. Ein Markt mit Kunsthandwerk, kulinarischer Vielfalt und floralen Weihnachtsdekorationen machte den Weihnachtsmarkt zu einem herrlichen Erlebnis, zumal auch das Wetter mitspielte, kalt, aber trocken war es an beiden Tagen. Im Burgturm, der zu einem festlich illuminierten Kunsttempel umgewidmet war, präsentierten Künstler ihre Werke aus dem Bereich der Edelstein- und Glaskunst. Rund um den Tannenbaum auf dem Platz war ein überdimensionaler Adventskranz aufgebaut. Dort konnte man sich vom Flanieren auf Strohballen sitzend ausruhen.

Der zweite Tag des Burg-Adventsmarktes startete mit Darbietungen der Jüngsten mit der Weihnachtsgeschichte. Eine der vielen Attraktionen, für die Kleinsten der Höhepunkt schlechthin, war der Besuch des Heiligen Nikolaus. Ein Novum in diesem Jahr: Die Besucher konnten selbst etwas zum festlichen Ambiente des Burg-Adventsmarktes beitragen und mit dem Erwerb einer Kerze, die dann auf dem Burgweiher abgesetzt wurde, für zusätzliche Stimmung sorgen. So entstand auf dem Burgweiher ein flammendes Meer mit flackernden Kerzen. Der Erlös des Kerzenverkaufs geht an die Pfadfinder St. Georg Illingen.

Auch der Ottweiler Weihnachtsmarkt hatte von Freitag- bis Sonntagabend wieder einmal viel zu bieten. Drehorgelspiel und ein singender Weihnachtsmann, Walking Act mit Fantasy-Brass, ein weihnachtlicher Rundgang mit dem historischen Nachtwächter, die Feuershow der Feuertänzer und natürlich der Besuch des Nikolaus’ für die kleinen Besucher – es war eine Menge los. „Der Weihnachtsmarkt hier in der historischen Altstadt hat einfach Ambiente“, freute sich am Freitagabend Jörg Dammann bei seinem Besuch zur Markteröffnung. „Da kommt man einfach schon einmal in Vorweihnachtsstimmung. Nur schade, dass es jetzt nicht schneit, dann wäre alles perfekt.“ Rund um den Schloss- und Rathausplatz reihten sich die geschmückten Buden der Marktbetreiber und am Pauluseck erfreute gar eine lebensgroße Krippe die Besucher. „Das ist einfach schön anzusehen“, urteilte Verena Schäfer, während sich ihr Töchterchen Joana über die Fahrt im weihnachtlichen Kinderkarussell freute. Währenddessen eröffnete Gerrit Oestreich, Leiter der Tourist-Information Ottweiler, unter den Klängen der Gruppe „Da-Capo“ den Weihnachtsmarkt. ,,Wir haben einige Neuerungen eingebaut und leider auch ein paar kurzfristige Ausfälle. Trotzdem bin ich sicher, dass wir unseren Besuchern wieder eine tollen Weihnachtsmarkt mit einem großen Angebot an kulinarischen Spezialitäten wie weihnachtlichen Geschenkartikeln anbieten können.“

Zu den Neuerungen zählte, dass der Quarkbrunnen nicht mehr als festlicher Adventskranz geschmückt wurde und die große Weihnachtstanne an den Randbereich verlegt wurde. Sehr zum Bedauern von Frank Pampa: „Der Weihnachtsbaum gehört einfach in die Festzone. Und auch dass immer weniger Vereine sich an unserem Markt beteiligen, ist zu bedauern. Die Vereine bringen die Besucher und nicht die kommerziellen Händler. Die kann man auf jedem x-beliebigen Weihnachtsmarkt finden.“

Tolle Weihnachtsdekorationen konnte man am Stand der Lebenshilfe bewundern. Dreidimensionale Tannenbäume aus Edelstahl, wie lustige Elche und Weihnachtsmannsilhouetten, die aus ganzen Metallplatten herausgeschnitten wurden. „Alles wurde in unserer Werkstatt für Behinderte in Handarbeit hergestellt“, verrieten Sarah Cullmann und Lisa Müller von der Lebenshilfe. „Auch die tollen Adventskränze und Holzdekorationen sind alle handgemacht und unsere Bienenwachstücher und die festlichen Teelichter kommen von der Bienen-AG unserer Eric-Kahle-Schule aus Mainzweiler. Aber auch Freunde weihnachtlicher Glaskunst, kunstvoller Gestecken, Mistelzweigen und Weihnachtsdeko kamen auf ihre Kosten. Für warme Hände und Füße an kalten Tagen sorgten Corina-  und Martin Scherer von den Webertal-Alpakas aus Mainzweiler mit Mützen, Schals, Handschuhen und warme Socken aus Naturwolle. „Wir haben aber auch unsere flauschigen Alpaka-Wolldecken dabei und Alpaka-Wolle. So kann man seine warmen Winterutensilien auch selber stricken“, so Corina Scherer.

Mit Weihnachtsdekorationen war das Team der Lebenshilfe auf dem Ottweiler Weihnachtsmarkt. Foto: Andreas Detemple

Während der Duft von frisch gebackenen Zimtwaffeln und Weihnachtsgebäck die Festzone durchströmten, konnte man sich beim Obst- und Gartenbauverein Ziegelhütte an Chili con Carne stärken. Bei Onkel Toms Hütte lockte deftiger Linseneintopf mit echtem Bäckerbrot und auch auf die obligatorische Rostwurst musste man nicht verzichten. Die bot die freiwillige Feuerwehr Ottweiler an. Selbstgemachten Wildschwein-Schinken und -Salami und leckeren Weihnachtsrotwein hatte die Awo Ottweiler im Angebot. „Das war eine Idee unseres Koches“, erzählte Jutta Colle von der Einrichtungsleitung der Awo. „Der hat Kontakt zur Jagdgenossenschaft und war der Meinung, Wild wäre sicherlich angesagt.“ Während am Sonntagnachmittag das Saxophon-Quartett „Spätlese“ festliche Lieder erklingen ließen und der singende Weihnachtsmann durch das historische Altstadtambiente wanderte, zogen Inge und Günter Strempel begeistert Bilanz. „Der Ottweiler Weihnachtsmarkt ist einfach immer wieder schön. Hier gibt’s die besten Weihnachtsplätzchen weit und breit. Mir sinn awa ach echte Altstädter.“

Mehr von Saarbrücker Zeitung