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Feuerwehr Illingen
Kritik an fehlender Zugführerausbildung

 Der Bürgermeister zu diesem Vorwurf: Wie üblich habe er zu Beginn der Versammlung die Anwesenden gefragt, ob form- und fristgerecht eingeladen worden sei, dazu habe es letztlich auch keine Einwände gegeben.
Der Bürgermeister zu diesem Vorwurf: Wie üblich habe er zu Beginn der Versammlung die Anwesenden gefragt, ob form- und fristgerecht eingeladen worden sei, dazu habe es letztlich auch keine Einwände gegeben. FOTO: dpa / Carsten Rehder
Illingen. Nach der Wahl des stellvertretenden Löschbezirksführers von Illingen gab es Vorwürfe in einem anonymen Schreiben.

Ein Illinger Bürgermeister, dem die Worte fehlen? Das kommt nicht alle Tage vor. Doch der Vorwurf, die Wahl des stellvertretenden Löschbezirksführers in Illingen am 2. Dezember sei „rechtswidrig“ gewesen, macht selbst den redegewandten Verwaltungschef Armin König zunächst sprachlos. Denn während der Versammlung, die der Bürgermeister als Chef der Illinger Feuerwehr wie üblich leitete, habe es keinerlei Proteste von Seiten der Teilnehmer gegeben.


Unserer Zeitung liegt ein anonymes Schreiben von „Mitgliedern der Feuerwehr Illingen“ vor, in dem diese „Einspruch“ gegen die Wahlen der Löschbezirksführungen im Löschbezirk Illingen und Löschbezirk Ost einlegen. In dem Brief heißt es, dass zu beiden Wahlterminen (nacheinander am Sonntag, 2. Dezember) nicht fristgerecht eingeladen worden sei. Die Veröffentlichung im amtlichen Bekanntmachungsblatt, den Illinger Seiten, sei am Mittwoch, 28. November, geschehen, und somit nicht im Rahmen der gesetzlichen Frist. Die schriftlichen Einladungen per Briefpost hätten nicht alle wahlberechtigten Feuerwehrangehörige erhalten. Der Bürgermeister zu diesem Vorwurf: Wie üblich habe er zu Beginn der Versammlung die Anwesenden gefragt, ob form- und fristgerecht eingeladen worden sei, dazu habe es letztlich auch keine Einwände gegeben.

Schwerer wiegt der zweite Vorwurf der anonymen Briefeschreiber. Hier heißt es, dass die Wahl des stellvertretenden Löschbezirksführers in Illingen rechtswidrig sei. Gewählt worden sei Florian Land, der zum Wahltag nicht die für das Amt geforderte Voraussetzung erfüllt habe, eine abgeschlossene Ausbildung als Zugführer zu haben. Auf diesen Umstand habe er ohne Umschweife vor der Wahl hingewiesen, sagt Bürgermeister König auf SZ-Nachfrage. Nachdem Sven Haben mit großer Mehrheit erneut zum Löschbezirksführer gewählt worden sei, habe die Wahl zum Stellvertreter angestanden. Der bisherige Stellvertreter Kai Hassel stand dafür nicht mehr zu Verfügung, berichtet König. Die Versammlung sei mangels Alternativen damit einverstanden gewesen, Florian Land trotz fehlender Zugführerausbildung zur Wahl vorzuschlagen. Es habe dann ein eindeutiges Votum für ihn gegeben. Kommissarisch werde Kai Hassel weiter als Stellvertreter fungieren, bis sein Nachfolger die Zugführerausbildung absolviert habe. Dies habe er während der Versammlung, die im Übrigen in Anwesenheit des Kreisbrandinspekteurs Werner Thom über die Bühne gegangen sei, auch so gesagt. „Völlig überrascht“ zeigt sich der Bürgermeister deshalb über die Vorwürfe im Nachklang zur Versammlung. „Wir hätten die Wahl auch aufschieben können“, sagt König, „aber das haben wir uns geschenkt.“ Es sei heutzutage nicht mehr so einfach, ehrenamtliche Führungskräfte zu finden. Im Übrigen könne zu ihm jeder persönlich mit Kritik kommen. Die Vorgehensweise eines anonymen Schreibens sei ihm „völlig unverständlich“ und wundere ihn sehr.