"Von de Häänscher am liebschde nuur die Bäänscher"

"Von de Häänscher am liebschde nuur die Bäänscher"

Heusweiler/Illingen. Sigurd Blass stellte sein neues Buch "Maaahlzeid!" in der Brasserie am Heusweiler Markt vor. Für Lesungen favorisiert der Autor aus Illingen kulinarische Orte. Seine Bücher drehen sich nämlich um die saarländische Lebensart

Heusweiler/Illingen. Sigurd Blass stellte sein neues Buch "Maaahlzeid!" in der Brasserie am Heusweiler Markt vor. Für Lesungen favorisiert der Autor aus Illingen kulinarische Orte. Seine Bücher drehen sich nämlich um die saarländische Lebensart. Schon in seinem ersten Werk, eine Art saarländische Geschichtsstunde, fand er heraus: "Unser Ursprung war ein Keltenstamm, aufpoliert durch römische Finessen, daher unser Hang zum guten Essen." Er definierte unser heutiges Lebensgefühl als Savoir-vivre mit Stil - Deutschland war schon immer die Braut des Saarlandes, doch Frankreich die Maitresse, zu der man gut essen geht. Saarländer seien keine Spießer, sondern Genießer. Blass lebte lange Zeit im Ausland. Als Personalchef einer Reifenfirma führte ihn sein Weg nach Frankreich, Brasilien und Thailand. Aber: "Wer lange in der Fremde war, hat eine größere Affinität zur Heimat, der weiß zu schätzen, was ihm fehlt." Als Rentner, zurück im Saarland, fing der heute 71-Jährige an zu schreiben. Zu seinem jüngsten Buch wurde Blass bei einem Besuch in Australien inspiriert. Dort blätterte er in Büchern übers Essen und Trinken und dachte bei sich, unsere saarländische Küche hat doch viel mehr zu bieten, da setze ich mich zu Hause dran und mache was draus. Sieben Jahre ist das her, denn gut Ding will Weile haben. Blass hat nämlich ein Wörterbuch gemacht, und da hieß es systematisch vorgehen, Schlagwörter überlegen, reimen. Als Kritikerin und Erstleserin fungiert seine Frau. Was ihr nicht gefällt, wird verworfen und neu gereimt. Von A wie "Ääner dringge gehen" bis Z wie "Ziwwelschmeer" reicht der humorvolle Reigen. Auch das "saarländische" Leib- und Magengewürz hat seinen Platz: "Die Oma von der Zischelhidd, die wo ned so vill Rende gridd, schdelld immer Maggi off de Disch" und sagt: "das wär eschd saarländisch". Guddsjer sind drin, Grumbeere und Merguez, Gefillde und Gänseleberpastete und: "Von der Hinggele und de Hähnscher" isst der Autor "am liebschde nuur die Bäänscher". Christel Keller, die ebenso wie Blass dem Mundartring Saar angehört, hat saarländische Rezepte beigesteuert. Zur Bebilderung wählte der Autor tafel- und trinkfreudige Szenen von Wilhelm Busch.Und mit Brasseriechefin Stefanie Bauer plant Sigurd Blass am Sonntag, 5. Dezember, ab 10 Uhr, einen literarisch-kulinarischen Brunch. Gelesen wird dabei in den Pausen, wenn kein Besteck klappert. hof Lexikon des Saarvoir-vivre: "Maaahlzeid!", Sigurd Blass, 12,95 Euro, in der Brasserie.