| 20:11 Uhr

Natalia Matteo Trio
Verträumte Klänge im Illinger Rathaussaal

Illingen. Die Veranstaltungsreihe Jazz & Talk will die imaginäre Wand zwischen Künstlern und Publikum durchbrechen. Von Mathias Huckert

Das Natalia Matteo Trio hat in Illingen die Reihe Jazz & Talk eröffnet. Organisator Peter Kleiß, der die Reihe von seiner Ehefrau Elfi übernommen hat, sprach in einer Pause auch vor dem versammelten Publikum mit den musikalischen Gästen im Rathaus. Ein ähnliches Konzept hatte Kleiß bereits in seiner Tätigkeit beim SR und der Lesereihe „Haste Worte“ entwickelt. „Da wir in Zukunft überwiegend junge Jazzmusiker in Illingen zu Gast haben werden, bietet sich so ein gemeinsames Kennenlernen an. Es kommt natürlich immer auf die Musiker an, ob das Ganze funktioniert. Am besten wäre es, diese imaginäre Wand zu brechen, die immer zwischen Publikum und Künstler besteht“, erzählte Kleiß vorab der SZ. Obwohl es sich bei der Illinger Jazz-Lounge und insbesondere bei den Konzerten im Rathaussaal eigentlich stets um intime Konzerterlebnisse handelte, war Jazz und Talk noch ein Stück weit persönlicher. Zahlreiche runde Tische brachten die Konzertbesucher zusammen, der Abstand zu den drei Künstlern hätte kürzer nicht sein können.


Das Trio rund um die polnisch-stämmige Sängerin Natalia Mateo spielte gleich zu Beginn seine musikalische Stärke aus: nur lose schienen die Stücke zusammengehalten, Improvisation stand im Vordergrund. Natalia Mateo griff immer wieder auf Loops zurück, schaffte so mit ganz verschiedenen Lauten einen dichten Klangteppich. Darüber bewegten sich dann Gitarrist Danny Ahmad und Simon Grote am Piano. Beide bewiesen ein Gespür für die Momente, in denen sich die Musik von melancholisch gelassen bis ins Euphorische steigerte. Auf dem Programm standen auch Songs mit polnischen Texten. Als Peter Kleiß die Sängerin später fragte, wie es sei, ständig den Ort zu wechseln, zögerte die erst einmal. Aufgewachsen in Polen und Österreich, jetzt wohnhaft in Berlin – das beeinflusst eine Persönlichkeit: „Mir war das lange auch nicht klar, dass viele Leute von meinem Vornamen auf meine Herkunft schließen könnten. Man bemerkt dann plötzlich, dass man so einen Stempel aufgedrückt bekommt“, erklärte die 34-Jährige. Im Rathaus blickte Natalia Mateo in diesem Moment in verständnisvolle Gesichter. Das Brechen der Barriere zwischen Publikum und Künstler hatte funktioniert.