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Verbindungsstraße zur Dorfmitte Illingen soll 550 000 Euro kosten

Kostenpflichtiger Inhalt: Verbindungsstraße zum Höllgelände geplant : Neue Straße in Illinger Ortsmitte kostet rund eine halbe Million

Fast schon gewohnt sind es die Mitglieder des Illinger Gemeinderates, ihre Sitzungen in der Illipse statt im Rathaus abzuhalten. Auch der Haupt- und Personalausschuss tagte im Burgweg 4 und verabschiedete ohne große Diskussion die Punkte der öffentlichen Tagesordnung.

Aus „organisatorischen Gründen“ hat sich der Arbeitersamariterbund (ASB) selbst aus der Nachmittagsbetreuung in den Grundschulen Illingen und Uchtelfangen zurückgezogen. Jetzt übernimmt diese eine „Tochter“ des ASB, nämlich die Arbeitsmarkt-Initiative Stadt St. Wendel. Diese übernehme das vorhandene Personal und ermögliche somit einen nahtlosen Übergang der Betreuung, teilte Pascal Meiser (Projektsteuerung und Gemeindeentwicklung) der SZ auf Anfrage mit. Der Ausschuss, der als Ferienausschuss des Gemeinderates tagte, genehmigte auch eine Summe von 40 000 Euro als überplanmäßige Ausgabe für den Ersatzbau der Merchbrücke in der Dorfstraße. Die Mehrkosten sind entstanden, weil sich der Bau des EVS-Sammelbeckens verzögert hat. Dessen Baukosten waren im Jahr 2017/18 kalkuliert worden und sind inzwischen überholt.

Einvernehmlich wurde zu Beginn der Sitzung die Entscheidung über den Einbau einer Tribüne in die neue Sporthalle im Schulzentrum Illingen abgesetzt. Wie berichtet baut der Landkreis als Schulträger die Sporthalle neu und hat in der Sitzung des Gemeinderates am 13. Februar dafür geworben, dass sich Illingen an den Kosten für eine feste Tribüne für bis zu 200 Zuschauer beteiligt. Hier kämen – trotz in Aussicht gestelltem Zuschuss des Innenministeriums – rund 400 000 Euro auf die Gemeinde zu. Eine Summe, die der Rat parteiübergreifend als nicht finanzierbar ansieht. Deshalb sollen auf Vorschlag der CDU Gespräche mit dem Landkreis über eine kleine Lösung, sprich eine ausziehbare Tribüne, geführt werden.

Die Information über die Entwicklung des „Höllgeländes“ wurde auf Antrag der SPD von der nichtöffentlichen in den öffentlichen Teil der Sitzung aufgenommen. Ludger Wolf, Projektleiter der Cityentwicklung bei der Gemeinde Illingen, stattete Bericht ab. Die Gemeinde Illingen und das Innenministerium befinden sich derzeit in der letzten Abstimmungsphase der von EU, Bund und Land geförderten städtebaulichen Einzelmaßnahme „Freifläche Höllgelände“ in der Ortsmitte von Illingen. Die Gemeinde Illingen rechnet nach den Worten von Ludger Wolf noch in diesem Jahr mit dem Beginn der Baumaßnahmen des ersten Bauabschnittes. In der nächsten Gemeinderatssitzung wird das Thema Treppenanlage erneut aufs Tapet kommen. Um die Anbindung an den Bahnhof barrierefrei zu gestalten, müsste eigentlich auch ein öffentlicher Aufzug gebaut werden. Das Dilemma: Die öffentliche Hand fördert nur ein Bauwerk, nicht beide. Die Tendenz geht dazu, den Bau des Aufzugs zurückzustellen und im ersten Bauabschnitt die Treppenanlage zu realisieren. Die Zeit drängt, denn die gesamte Maßnahme muss bis 2022 abgerechnet werden, um die EU-Mittel nicht zu gefährden, erklärte Hauptamtsleiter Elmar Meiser im SZ-Gespräch.

Klare Verhältnisse gibt es in Sachen neuer Verbindungsstraße zwischen Braugasse und Poststraße. Für die Straße sind rund 550 000 Euro ohne Abrisskosten (Baukosten und Nebenkosten) kalkuliert. Die Abrissarbeiten sollen nach Zustimmung der Förderbehörde im Sommer dieses Jahr beginnen. Mit den Erdbewegungen (Dammschüttung) als vorbereitende Maßnahme für den Straßenbau kann dann im Anschluss (Herbst 2020) begonnen werden. Danach müssen sich die aufgeschütteten Massen zirka drei Monate setzen, sodass der eigentliche Straßenbau Anfang nächsten Jahres je nach Witterung begonnen werden kann, heißt es von Seiten des Bauamts. Mit der Fertigstellung sei nach aktueller Planung im zweiten Quartal 2021 zu rechnen.