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Verbände äußern Bedenken gegen geplante Grubenflutung

Verbände äußern Bedenken gegen geplante Grubenflutung

Das Genehmigungsverfahren für einen weiteren Grubenwasseranstieg hat begonnen. 63 Institutionen waren gestern aufgefordert, Vorschläge einzureichen, die in der Umweltprüfung untersucht werden sollen.

Weitere Erderschütterungen und Hebungen durch die Grubenflutung sowie Gefahr für das Trinkwasser und Natur durch Giftstoffe unter Tage: Unter anderem zu diesen Risiken muss der Bergbau-Konzern RAG Stellung beziehen, wenn er wie beabsichtigt Pumpen abstellen und das Grubenwasser zunächst auf 320 Meter unter Meeresspiegel an den Standorten Reden und Duhamel ansteigen lassen will.

Auf Einladung der Genehmigungsbehörde, des Oberbergamts, haben gestern 63 Institutionen, darunter Kommunen, Umweltverbände, der Landesverband der Bergbaubetroffenen und Energieunternehmen, Forderungen gestellt, welche möglichen Auswirkungen der Flutungen in der Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) untersucht werden sollen. So fordert der Naturschutzbund Nabu, den Untersuchungsbereich zu vergrößern, da bisher nicht alle ehemaligen Bergbau-Gebiete abgedeckt seien. Er befürchtet einen Temperaturanstieg der Gewässer durch das erwärmte Grubenwasser. Michael Schneider vom Verband der Bergbaubetroffenen IGAB sagte, "die Bürger müssten besser informiert werden. Es müsste klar sein, wie Risiken beurteilt und analysiert werden."

Darüber, welche Forderungen aufgenommen werden, entscheidet das Oberbergamt. Diese sind laut Wirtschaftsministerium dann für die RAG verbindlich. Erst nach der UVP kann die RAG die Planfeststellung für sein Grubenwasserkonzept einreichen, dem ein Anhörungsverfahren folgt, bei dem Einwendungen gegen eingebracht werden können.

Kritiker fürchten Hebungen, austretendes Methangas sowie eine Gefährdung des Grund- und Trinkwassers, da nicht bekannt ist, wie viel PCB-haltiges Hydrauliköl noch unter Tage liegt.

Die RAG schließt nicht aus, dass es durch die Flutungen zu Hebungen kommen kann, erwartet aber keine Risiken für das Trinkwasser. Ziel des Konzerns ist es, alle Pumpen unter Tage abzustellen und ab 2035 das Grubenwasser am Standort Duhamel in die Saar abzuleiten.