Unbekannte haben die vier Bienenstöcke der Illinger Fortuin-Schule zerstört

Vandalen hausen an Illinger Gemeinschaftsschule : Bienenprojekt geht trotz Vandalismus weiter

Unbekannte haben die vier Bienenstöcke der Illinger Fortuin-Schule zerstört. Schule und Imker sind bestürzt.

Schulleiter Burkhard Maurer muss nicht lange überlegen: „Ja, es geht weiter. Wir lassen uns nicht aus dem Konzept bringen.“ In der Illinger Fortuin-Schule herrscht Bestürzung, nachdem Unbekannte die vier Bienenstöcke in einer nächtlichen Aktion umgeworfen und zerstört haben. Aber  das Projekt, an dem rund 20 Schüler in drei Arbeitsgemeinschaften teilnehmen, werde definitiv weiterlaufen, sagt der Chef der Gemeinschaftsschule.

Der Kreisverband der Imker hat am Samstag in einer Mitteilung auf den Vandalismus auf dem Gelände der Illinger Schule hingewiesen. Demnach sind in der Nacht von Dienstag auf Mittwoch, 21. auf 22. Januar, die vier Bienenstöcke in „brachialer, sinnloser Weise von ihrem Bock“ gestoßen worden, wie der Verband schreibt. Die jeweils drei Holzkästen eines Stockes, fachsprachlich Zargen, lagen verteilt auf dem Areal. Die vier Bienenvölker, und damit Zehntausende Bienen, wurden dadurch aus ihrem warmen Nest zwischen den Waben in die Kälte der Nacht katapultiert und somit in den unausweichlichen Tod, erklärt der Verband.

Die Bienenstöcke sind ein Projekt der Imker des Kreisverbandes Neunkirchen in Kooperation mit der Gemeinschaftsschule. In den AG’s werde Schülern der siebten und achten Klasse Leben und Wirken der Insekten und der Umgang mit ihnen und die sensible Fürsorge um ihr Wohl von Horst-Günter Mosebach, Imker und Kreisverbandsvorsitzender, vermittelt. Von einer sinnlosen Zerstörung schreibt der Imkerverband, der gerade in Zeiten des Insektensterbens und den damit einhergehenden Problemen für den Menschen nicht nachzuvollziehen sei.

Mosebach selbst erläutert, der Ankauf neuer Völker und die Reparatur der Bienenstöcke werde mindestens 1200 Euro kosten. Darüber hinaus beklagt auch er den sinnlosen Tod der nützlichen Lebewesen. Die Bienen leben demnach im Winter in kleinerer Zahl als über den Sommer in ihrem Stock, sorgen selbst über Vibration ihrer Brustmuskulatur für Wärme in ihrer Behausung und umsorgen die Königin. Bienen, erklärt Mosebach, seien gut gewappnet gegen Hitze, könnten Kälte aber nicht vertragen. Auch die derzeitigen Temperaturen könnten sie außerhalb ihres Stockes nicht überstehen. Bienen sind durch Krankheiten und das Wirtschaften des Menschen schon massiv bedroht. Das Zerstören von Bienenstöcken sei in diesem Zusammenhang besonders bitter. Im Saarland gebe es etwa 2500 Imker, aber nur eine Handvoll Bienenzüchter. Die Zucht sei ein schwieriges Geschäft. An der Fortuin-Schule hätten sehr gute Völker gestanden. Mosebach: „Mir hat das sehr wehgetan. Die Bienenstöcke umzuwerfen und die Lebewesen dem Verderben preiszugeben ist völlig sinnentleert.“

Die Schule vermute, dass sich womöglich junge Menschen auf dem Schulgelände aufgehalten hatten, sagt Burkhard Maurer. Wie andernorts auch, träfen sich immer mal wieder junge Leute dort in den Abendstunden. So lange dabei nichts geschehe, sei dies ja auch kein Problem. Der Vorfall mit den Bienen habe eine ganz andere Qualität. Wenn die Schule jetzt neue Bienenvölker bekomme, sollen die Stöcke auf einem Betonsockel fest verankert werden, sagt der Schulleiter. Die Betroffenheit schwingt in seinen Worten mit: „Wir haben selbst Honig produziert und am Tag der offenen Tür verkauft.“  Die Kinder hätten sich drei mal die Woche um die Insekten gekümmert und dabei ganz viel gelernt.

Die Fortuin-Gemeinschaftsschule Illingen ist vom Umweltministerium für ihr Engagement im Bereich Tierschutz in den vergangenen Jahren mehrfach gewürdigt worden. Die Schule will mit ihrem Schulmotto „Verantwortung und Freiheit“ Umwelterziehung und nachhaltige Bewusstseinsbildung voranbringen.