Um die 250 Krippen gestaltet

Hirzweiler. Hätten Sie's gewusst? Dass Weihnachtskrippe längst nicht gleich Weihnachtskrippe ist. Zwar gehören immer das Jesuskind, Maria und Josef dazu, doch bei der Gestaltung des Umfeldes bleibt den Schöpfern dieser kleinen Welten ein ganz großer Gestaltungsspielraum. Es gibt Ruinen-, Heimat-, Kasten- und Hängekrippen, orientalische und neapolitanische Krippen und und und

Hirzweiler. Hätten Sie's gewusst? Dass Weihnachtskrippe längst nicht gleich Weihnachtskrippe ist. Zwar gehören immer das Jesuskind, Maria und Josef dazu, doch bei der Gestaltung des Umfeldes bleibt den Schöpfern dieser kleinen Welten ein ganz großer Gestaltungsspielraum. Es gibt Ruinen-, Heimat-, Kasten- und Hängekrippen, orientalische und neapolitanische Krippen und und und. Gerhard Reis aus dem Illinger Ortsteil Hirzweiler ist ein wandelndes Lexikon in Sachen Krippen. Und wer an seinem Haus im Leidenacker verbeigeht, stößt dort gleich auf ein Produkt der handwerklichen Schaffenfreude des 77-Jährigen. Geschützt durch einen Holzkasten mit Glasfront und schön illuminiert ist im Vorgarten eines der Werke des Krippenbaumeisters öffentlich zu bewundern.Krippenbaumeister? So darf sich der gelernte Schreiner und ehemalige Berufs-Feuerwehrmann nennen seit er in Klüsserath an der Mosel vier Lehrgänge besucht hat, die aus einem Krippen-Interessierten eine Fachmann oder eine Fachfrau werden lassen."Seit rund 20 Jahren beschäftige ich mich das ganze Jahr über mit dem Krippenbau", so Reis, der auch schon mal von seiner Frau Therese unterstützt wird, wenn es um das Ankleiden von Figuren geht. Schätzungsweise 250 Krippen sind dank der Fantasie und der Fertigkeiten von Reis entstanden. So ist jede einzelne Schindel auf dem Stalldach der großen Tiroler Krippe im Eingangsbereich seiner Haus handgefertigt, spezieller Putz wird für die Wände angerührt, die Bäume sind ebenfalls aus Natur-Material entstanden. Das Wohnzimmer der Familie Reis ist eine kleine Ausstellung: Besonders stolz ist Reis auf die große Anden-Krippe mit Ton-Figuren, die ganz handwerklich und individuell in Peru gefertigt werden. "Damit können sich arme Leute dort ein Zubrot verdienen", freuen sich die Reis' in Hirzweiler, mit ihrer Leidenschaft sogar für Benachteiligte in der Dritten Welt etwas tun zu können. Ausstellungen hat Gerhard Reis auch schon beschickt, allerdings nimmt er die Strapazen von Auf- und Abbau nebst Transport der Kostbarkeiten nur auf sich, wenn die Krippen länger als nur ein zwei Tage gezeigt werden. Wenn Leute, begeistert von seinen Arrangements mit kleinem Hirtenfeuer, Hintergrund-Landschaft und ganzen Schafherden, ein Exemplar erwerben wollen, sagt er nicht nein: "Allerdings komme ich dabei wirklich nicht auf meine Kosten. Die Arbeit, die da drin steckt, die kann nämlich keiner bezahlen.Aber ein Hobby ist eben ein Hobby und wird ja bekanntlich nicht zum Geldverdienen missbraucht. Zum Staunen ist die ungeheure Detailverliebtheit von Gerhard Reis: Da sehen wir das fein ziselierte Kapitell einer gedrechselten Säule und erfahren, dass es von einem befreundeten Krippenbauer, einem ehemaligen Zahnarzt, eigens aus Gips gegossen wurde. "Man muss aber auch an das glauben, was mit den Krippen dargestellt wird", gibt Gerhard Reis dem SZ-Team noch mit auf den Weg. Damit nicht vergessen wird, worauf uns die Adventstage eigentlich vorbereiten sollen. "Man muss aber auch an das glauben, was dargestellt wird."Gerhard Reis