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Miteinander
Syrische Kinder schmücken Weihnachtsbaum

Die syrischen Kinder standen im Mittelpunkt bei der Adventsfeier im Kultursaal.
Die syrischen Kinder standen im Mittelpunkt bei der Adventsfeier im Kultursaal. FOTO: Maria Boewen-Dörr
Hüttigweiler. Der Syrienkreis in Hüttigweiler hat eine Adventsfeier für geflüchtete Familien organisiert. Es wurde ein Fest des Austauschs. Von Maria Boewen-Dörr

Der Kultursaal platzte fast aus allen Nähten, so viele syrische Familien waren zur Adventsfeier gekommen, welche der Syrienkreis der Pfarrei Maria Magdalena zum dritten Mal organisierte. Die syrischen Familien sind in Hüttigweiler, Hirzweiler und Welschbach heimisch geworden. Im Mittelpunkt standen zirka 60 Kinder, die den Tannenbaum, der auf der Bühne stand, unter der Anleitung von Doris Mechenbier schmücken durften. Alle waren mit Begeisterung bei der Sache. Gestaunt haben die Kinder auch, als sie den Nikolausstiefel, gefüllt mit feinen leckeren Sachen, überreicht bekamen. Die Kuchentafel war reichlich gedeckt mit Spezialitäten, die sowohl von den syrischen Familien als auch von den deutschen Helfern spendiert wurden.


Christel Staub begrüßte im Namen des 50-köpfigen Helferteams und resümierte die ersten Begegnungen und Aktivitäten mit den Flüchtlingen. „Mit der Zeit haben wir uns immer besser kennengelernt. Inzwischen sind richtige Freundschaften entstanden. Die meisten unserer syrischen Freunde sprechen inzwischen so gut Deutsch, dass man sich gut in unserer Sprache verständigen kann“, freute sie sich. Wenn es mal hapere, sei Ziad Hazzani ein guter Joker. „Er ist für uns nicht nur Dolmetscher, nein, er ist auch unser Ansprechpartner, wenn es um Kontaktvermittlung oder auch um kulturelle und religiöse Angelegenheiten der Muslime geht.“

Christel Staub stellte heraus, dass es für die Helfer bei diversen Treffen immer etwas ganz Besonderes war, die syrische Kochkunst zu genießen und auch etwas von der Kultur zu erfahren. Umgekehrt hätten die syrischen Familien die deutsche Küche und unsere Kultur kennengelernt. Stolz verkündete sie, dass bei der Kleidersammlung für Bolivien drei syrische Freunde dabei waren. „Das war einfach prima.“ Sie hofft darauf, dass syrische Kinder ab vier Jahren am Sonntag, 7. Januar, mit den Sternsingerkindern unterwegs sind.



Pastor Dietmar Bell lobte das Engagement der freiwilligen Helfer und betonte, dass die Treffen wichtig sind für die syrischen Freunde, die ihre Heimat verloren haben. „Alle Aktivitäten sollen dazu führen, dass wir ein friedliches und gedeihliches Miteinander erreichen“, sagte der Pastor. Mit weihnachtlichen Liedern, musikalisch begleitet von Renate Stuhlsatz am Akkordeon, stimmte ein kleiner Chor, der Premiere feierte, auf das Fest ein.

Dieter Vogtel fasste Sitten und Bräuche zur Adventszeit im Saarland zusammen. Ansonsten hatten die syrischen Familien viel Zeit, um sich auch untereinander auszutauschen. Es war auf jeden Fall wieder eine schöne Geste des Syrienkreises der Pfarrei Maria Magdalena, den Menschen, die eigentlich alles verloren haben, zu zeigen, dass sie hier willkommen sind.