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Syrische Kinder schmücken den Christbaum

Syrische Kinder schmücken den Christbaum

Dank zahlreicher freiwilliger Helfer war es ein gelungenes Fest: Syrer und Deutsche stimmten sich in Hüttigweiler gemeinsam auf das Weihnachtsfest ein. Alle betonten den Wunsch eines friedlichen Zusammenlebens.

Es war eine schöne Geste, die syrischen Freunde zu einer adventlichen Feier einzuladen. Die Organisatoren Christel Staub, Dieter Vogtel und Helmut Weiskircher und viele freiwillige Helfer hatten im Vorfeld den Kultursaal weihnachtlich dekoriert. Auf der Bühne stand auch ein Tannenbaum, den zu Beginn der Feier die syrischen Kinder unter der Anleitung von Doris Mechenbier schmücken durften. Das hat den Kindern sehr viel Spaß bereitet. Viel Freude hatten sie mit der Geschenketüte, die an alle Kinder verteilt wurden.

120 Personen waren zu diesem schönen Beisammensein gekommen. Pastor Dietmar Bell begrüßte die Gäste im Namen der Pfarrgemeinde und motivierte die Flüchtlinge auch zu anderen Treffen zu kommen, "damit wir uns besser kennen lernen, wir helfen und auch Rat geben können." Seinen Willkommensgruß übersetzte Ziad Hazzani. Dessen Ehefrau, Rama Mohamed Sokar, nutzte die Gelegenheit, um das Thema Flüchtlinge anzusprechen und hier besonders die Menschen, "die nicht froh sind, dass wir hier sind. Ich möchte sagen, wir sind vor dem Tod, dem Terrorismus und der Unsicherheit geflüchtet. Wir sind nicht freiwillig, nicht aus wirtschaftlichen oder persönlichen Gründen hier gelandet. Sondern wir wurden gezwungen, diesen Weg oder dieses Leben zu gehen." Der Schicksalsschlag, der die Familien ereilte, tue sehr weh. "Wir möchten uns in eure Gesellschaft integrieren. Wir möchten, dass wir in Frieden leben und zueinander stehen, weil wir zusammen stärker sind." Das alles könnten sie alleine nicht schaffen. "Wir haben viel verloren, aber unsere Träume behalten. Die möchten wir in Deutschland verwirklichen. Dass aber der Wunschgedanke der Flüchtlinge ist, wieder zurück in ihre Heimat zu gehen, deutete sie an und Joudi Fino (14) sagte es ganz deutlich: "Wenn der Krieg ist fertig bei uns, dann gehen wir zurück, weil unser Land ist sehr schön." Beide Frauen bedankten sich bei Pastor Bell und den vielen ehrenamtlichen Helfern für die herzliche Aufnahme und für die Unterstützung, die sie tagtäglich erfahren.

Begonnen hatte die Syrienhilfe in den Pfarreien der Großgemeinde Illingen im April 2015 mit einem ersten Treffen in Illingen. Als dann im Sommer die vielen Flüchtlingen kamen (in der Großgemeinde Illingen leben derzeit zirka 500 Flüchtlinge ), wurde gemeinsam mit der Frauengemeinschaft und dem ASB versucht, Schulunterricht zu organisieren. Es fanden gemeinsame Treffen statt und es wurden Patenschaften übernommen.

Im Sommer gab es erstmals eine Sommerschule, um die Sprachkenntnisse der Flüchtlinge zu verbessern. Bei dieser Gelegenheit bildete sich in Hüttigweiler ein Syrienhelferkreis, der jetzt die Adventsfeier organisierte. Weitere solcher Kreise existieren auch in den anderen Pfarrgemeinden. "Alle Aktivitäten sollen dazu führen, dass wir ein friedliches und gedeihliches Miteinander erreichen", so Pastor Bell.