Schulchronik der evangelischen Schule Uchtelfangen vorgestellt

Uchelfangen : Per Zufall einen echten Schatz gefunden

Die Schulchronik der evangelischen Schule Uchtelfangen wurde der Öffentlichkeit präsentiert.

„Nur wer die Vergangenheit kennt, hat eine Zukunft“ schrieb vor 200 Jahren der Universitätsgründer Wilhelm von Humbold. Dieser Satz ist schon häufig verwendet worden und passt natürlich auch auf ein jetzt abgeschlossenes Projekt in Uchtelfangen.

„Es war eigentlich ein Zufall, dass wir diese Schulchronik aufgelegt haben“, sagte Johannes Darsch, Mitglied des Uchtelfanger Arbeitskreises Chronik. Nach einem Dreivierteljahr intensiver Arbeit wurde jetzt in der Alten Schule die „Schulchronik der evangelischen Schule Uchtelfangen“ der Öffentlichkeit präsentiert. Auf der Suche nach Namen und Amtszeiten von Lehrern der früheren Volksschule sei man im Archiv der Grundschule auf einen echten Schatz gestoßen, berichtete Darsch vor zahlreichen Gästen im Treffpunkt der evangelischen Kirchengemeinde „Alte Schule“. Der Arbeitskreis Chronik habe sich sogleich an die Arbeit gemacht, diesen Chronistenschatz zu heben und aufzubereiten. In insgesamt vier Bänden fanden die Heimatforscher wichtige Informationen nicht nur über das Leben und Arbeiten in der Schule. Vielmehr zeichneten die Autoren der alten Chroniken eine Fülle Details aus dem Alltagsleben der Uchtelfanger im Zeitraum zwischen 1856 und 1970 auf. Und genau das macht das Buch so wertvoll und lesenswert. Schnell seien sich die Arbeitskreismitglieder in der Einschätzung einig gewesen, dass man den Uchtelfangern diesen Fund nicht vorenthalten dürfe, so Darsch.

Jetzt ging die Arbeit los, und die lag förmlich auf der Hand, oder vor Augen. Denn die Bücher waren in Sütterlin aufgezeichnet, teilweise in Schönschrift, erinnert sich Darsch, in großen Abschnitten aber in sehr individueller Handschrift, die schwer entzifferbar gewesen war. Aber im Ort gab und gibt es immer noch Menschen, die Sütterlin beherrschen, jene 1911 im Auftrag des preußischen Kultur- und Schulministeriums von Ludwig Sütterlin entwickelte Schrift, die die Nazis 1941 wieder verboten. Beim Übersetzen haben sich Helene Rothe, Margot Schirra und Otto Kremp und Johannes Darsch hervorgetan. In technische Form gebracht haben die Texte schließlich Johannes Darsch und Siegfried Zimmer, so dass sie in der Uchtelfanger Druckerei von Ralf Anschütz gedruckt werden konnten.

Berichtet wird nun in diesem, auch optische sehr ansprechenden Werk, dessen Buchumschlag Anschütz der historischen Vorlage nachempfunden hat, von Dürreperioden, strengen Wintern, Überschwemmungen, Lehrerwechseln; eben von allem, was das dörflich Leben prägte.

Der Erste Weltkrieg wird in der Chronik vergleichsweise kurz beschrieben. Der Zweite Weltkrieg findet sehr viel ausführlicher Beachtung. Der damalige Schulleiter Otto Brück hat das notiert. Seine Beschreibungen schildern eindrücklich, wie die Menschen zunächst den Nationalsozialismus gefeiert, und schließlich, wie alle anderen auch, fürchterlich unter den Folgen gelitten haben. Und an dieser Stelle ist eine weitere Stärke des Buches zu finden: das Weglassen von politischen oder historischen Kommentierungen durch die Autoren des Arbeitskreises Chronik. Die unbehandelten Schilderungen aus der Vergangenheit legen beredetes und authentisches Zeugnis des Lebens unserer Vorfahren ab. Teils hilflos oder verzweifelt, teils nüchtern emotionslos, oder auch enthusiastisch sind die Zeilen aus einer anderen Zeit notiert.

Das Buch ist zum Preis von 15 Euro in der Sparkasse Neunkirchen und der Levobank in ihren Filialen in Uchtelfangen erhältlich.