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Es geht ums Geld
Sanierung der Illtalhalle sorgt für Ärger im Ortsrat

Hüttigweiler. Große Finanzierungslücke aufgetreten. Bürgermeister König lässt sich entschuldigen. Von Benno Weiskircher

17 Tage ist es her, dass der Hüttigweiler Ortsrat das Dauerthema „Sanierung der Illtalhalle“ auf der Tagesordnung hatte. Um nicht noch weitere Zeit ungenutzt verstreichen zu lassen, hatte Ortsvorsteher Guido Jost erneut zur Sitzung mit genau diesem Thema in das Gasthaus „Zum Bamert“ eingeladen. Wie wichtig die Sanierung der Illtalhalle auch von der Hüttigweiler Bevölkerung gesehen wird, zeigt der gute Besuch der Sitzung. Eingeladen waren der Illinger Bürgermeister Armin König, das mit der Planung beauftragte Architekturbüro Hepp&Partner, Torsten Feis vom technischen Bauamt der Gemeinde Illingen und der Projektsteuerer Peter Lauer. Die Protagonisten sollten dem Hüttigweiler Ortsrat Rede und Antwort stehen.


Zweigeteilt war der Tagesordnungspunkt: Der Ortsrat erwartete nachvollziehbare Erklärungen, wie die Finanzlücke entstanden ist und Bürgermeister Armin König sollte seine Pläne vorstellen, wie die Finanzlücke geschlossen wird. Doch der Bürgermeister und ein Vertreter des Ingenieurbüros Hepp&Partner ließen sich entschuldigen. Ortsvorsteher Guido Jost und seine Ortsratsmitglieder wirkten zunächst enttäuscht und verärgert. Sie sahen sich auch nicht in der Lage, zu Entscheidungen über das weitere Vorgehen bei der Sanierung der Illtalhalle beizutragen. Waren die Ausführungen von Torsten Feis für den Rat noch plausibel, so war der Vortrag des Projektsteuerers nicht für alle Ortsräte nachvollziehbar. Dem Bericht von Feis war zu entnehmen, dass sich die Finanzierungslücke zurzeit auf 850 000 Euro beläuft. Peter Lauer geht davon aus, dass das Bauprojekt bis Ende 2019 realisiert werden kann, „aber dann müsste morgen mit dem Bau begonnen werden“, so die Einschätzung des Projektsteuerers.

Kritik kam aus den Reihen der Ortsratsmitglieder zur Planung des Architekturbüros. So herrscht völliges Unverständnis, dass zunächst keine europaweite Ausschreibung erfolgte, von Beginn an Planungskosten offensichtlich zu niedrig angesetzt wurden und bei der Kostenermittlung einzelne Honorarkosten unberücksichtigt blieben. Verblüfft zeigte sich auch der  Beigeordnete der Gemeinde, Hans Peter Metzinger, dass mehr als 30 Prozent Planungskosten angefallen sind. Bei der Frage, wie die Finanzierungslücke zu schließen  sei, bestätigte Torsten Feis, dass ein Antrag auf Aufstockung der Bedarfssumme beim Innenminister vorliegt. Ortsvorsteher Jost bemängelte, dass Bürgermeister König an dieser für die Realisierung des Projekts so wichtigen Sitzung nicht teilnahm. „Er hätte für Klarheit sorgen können“, sagte Jost. Zur weiteren Vorgehensweise fasste der Ortsrat den folgenden einstimmigen Beschluss: Der Bürgermeister wird aufgefordert, schnellstmöglich Gespräche mit dem saarländischen Innenminister zu führen, um mit einer alternativen Finanzierung die Lücke zu schließen. Beim Ortsrat wie auch bei den Sitzungsgästen kamen Befürchtungen auf, dass das Projekt „sterben“ könnte, wenn bis Ende 2019 das Bauende nicht in Aussicht sei.



Nach Einschätzung von Guido Jost hat sich der Bürgermeister „vor der Diskussion im Hüttigweiler Ortsrat gedrückt.“ Er habe sich für sein Fernbleiben bei ihm nicht offiziell entschuldigt, so Jost gegenüber der SZ.