Rettungshunde können Menschen in Not retten

Hundesport : Spielerisch zum Lebensretter

Um zur Rettungsstaffel zu gehören, müssen Hund und Besitzer einige Prüfungen bestehen. Nach drei Jahren sind sie für den Einsatz bereit.

Sie schlafen viel, sie spielen viel und ihre Herrchen und Frauchen lieben sie: Hunde sind aus dem Alltag vieler Familien als Haustiere nicht mehr wegzudenken. Doch die Tiere können mehr als spielen und schmusen. Das zeigen beispielsweise die Hunde der Rettungsstaffel Neunkirchen. Bis die Vierbeiner allerdings so weit sind, dass sie vermisste Personen aufspüren und dadurch Leben retten können und sich durch Ruinen und Trümmer wühlen, müssen die Tiere und ihre Besitzer intensiv dafür trainieren.

Petra Schütz und Nadja Flammann sind zwei von zehn aktiven Mitgliedern der DRV Rettungsstaffel Neunkirchen. Petra Schütz ist deren Vorsitzende. Die Rettungsstaffel gibt es seit 2012. Trainiert wird jede Woche. Wöchentlich trainieren die Hundebesitzer mit ihren Vierbeinern drei bis vier Stunden. Mantrailing heißt dieser Bereich. Es ist die einzige Sparte, die die Hunderettungsstaffel Neunkirchen anbietet. Beim Mantrailing lernen die Hunde, sich anhand eines Geruchs auf die Suche zu machen. Im Klartext bedeutet dies: Die Tiere riechen an einem persönlichen Gegenstand, der auf jeden Fall von keiner anderen als der vermissten Person berührt worden sein darf — Schlüsselbund, Geldbeutel oder Ähnliches.

Als die SZ beim Training in Illingen zu Besuch ist, trainiert Nadja Flammann mit ihrem Rottweiler Moya. „Wir nutzen die Trainingseinheiten, um im Team noch besser zu funktioneren“, sagt Flammann. Kurz wird Moya ein T-Shirt unter die Nase gehalten. Los geht’s. Zügig zieht das Gespann durch die Straßen von Illingen. Schnell erkennt Hündin Moya, wenn sie auf dem falschen Weg ist, folgt prompt einer anderen Spur. Keine zehn Minuten später findet der Vierbeiner die Zielperson in einer Illinger Tiefgarage. Petra Schütz hat Moya beobachtet und analysiert ihr Verhalten. „Es ist durchaus interessant, mal mit seinem Hund verschiedene Orte und Witterungsbedingungen auszuprobieren. Während es hier draußen eiskalt ist, ist es unten in der Tiefgarage deutlich wärmer. Aber anscheinend hat es Moya nichts ausgemacht.“

Den Hunden macht die Suche Spaß. Allerdings ist sie für die Tiere auch anstrengend. Deshalb darf Moya nach ihrem Erfolg auch erst einmal einen kleinen Imbiss zu sich nehmen und sich ausruhen. Dass Moya für die Rettungshundestaffel geeignet ist, das hat Halterin Flammann schon früh gemerkt. Leidenschaftlich gerne ging die Zweijährige auf Spurensuche. Eine Anmeldung für die Rettungshundestaffel lag da für Flammann nahe. „Bei Moya ist die Freude immer groß, wenn ich den Rucksack mit dem Arbeitsgeschirr einpacke. Sie weiß genau, was das bedeutet und hatte bisher immer Lust, die Versteckpersonen zu suchen“, erklärt die dreifache Hundebesitzerin aus Schiffweiler.

Die Ausbildung dauert für Hund und Halter in der Regel drei Jahre. Am Anfang steht der Eignungstest. Hier wird geprüft, ob der Hund alltagsneutral ist, sprich: die mentale Stärke für den „Job“ mitbringt. Grundsätzlich, so erläutert die Vorsitzende, könne jeder Hund zum Rettungshund werden, unabhängig von seiner Rasse, so lange er den Eignungstest besteht. Nach dem Eignungstest stehen noch die Vorprüfung, die Prüfungszulassung sowie die Hauptprüfung an. Die Hauptprüfung muss alle zwei Jahre wiederholt werden. Bei der Hauptprüfung muss der Hundebesitzer auch eine schriftliche Prüfung bestehen und einen Erste-Hilfe-Test ablegen. Sind all diese Hürden erfolgreich genommen, kommt die Polizei. Die überprüft die Einsatzbereitschaft von Hund und Halter. Gibt die Polizei ihr Okay, ist die Ausbildung zum Rettungshund abgeschlossen.

Die Mitglieder der Hunderettungsstaffel werden jährlich in den unterschiedlichsten Bereichen wie Erste Hilfe, Arbeitssicherheit oder Verhalten im Einsatz geschult und müssen auf eigene Kosten Seminare besuchen und zu Prüfungen fahren.

Der Bereich Flächen- und Trümmersuche wird im Saarland von Seiten des DRVs und der DRV Hunderettungsstaffel Dreiländereck abgedeckt.

Der Illinger Verein ist wie in Vereinen üblich ehrenamtlich tätig und muss die Ausrüstung selbst finanzieren. Spenden sind deshalb sehr willkommen.

Infos: Petra Schütz, Telefon (0 68 25) 48 43 8

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