Reihe Haste Töne in der Alten Schule Uchtelfangen mit Jörg Metzinger

Haste Töne in Uchtelfangen : Im Rollatoren-Konvoi über die Klinik-Flure

„Haste Töne“ in Uchtelfangen: Peter Kleiß hatte Jörg Metzinger zu Gast.

Zum Start der Herbstsaison in der Reihe „Haste Worte“ in der Begegnungsstätte „Alte Schule“ hatte Peter Kleiß Pfarrer Jörg Metzinger von der evangelischen Kirche am Lorenzberg in Schafbrücke eingeladen. Mitgebracht hatte der Pfarrer sein erstes Buch. Und zwar die Kurzgeschichte „Herr Sutter und seine Schwestern“ und seine Band „Real Blue“ mit Heike Stark (Gesang) und Christian Bauer (Piano und Mundharmonika). Der Autor selbst spielte mit seiner halbakustischen E-Gitarre. Aber zunächst stand sein Buch im Mittelpunkt mit Gedanken und Anekdoten aus einer 424 Tage andauernden „Wartehaft“ in der Heidelberger Universitätsklinik. Das literarische Werk umfasst 91 Seiten, ist beim Geistkirch Verlag (ISBN 978-3-94603684-5) erschienen, kostet 12,80 Euro.

Die Handlung: Metzinger brauchte wie Herr Sutter in seinem Buch ein Spenderherz. Er erzählte seine Krankengeschichte, erinnert sich an die skurril-traurige Atmosphäre in der Universitätsklinik, an üppiges Essen von „Gourmando“ und „Lieferando“, an Grüne Damen und andere Begebenheiten während seines langen Aufenthaltes in der Klinik. Gewidmet ist das Buch den Menschen, die ihn in dieser schweren Zeit begleitet haben. Bestückt ist die Geschichte mit dem Stoff, den Krankenschwestern und Krankenpfleger und manchmal Ärzte zum Erzählen geliefert haben. Immer wieder unterbrach „Reverend“ Metzinger die Lesung und griff zu seiner Gitarre. Das Publikum feierte die Musiker, vor allem die ausdrucksstarke Stimme von Heike Stark. Sie war es, die an dem besagten 26. November 2016 mit Metzinger unterwegs zur Probe war, als er zwischen Rentrisch und St. Ingbert-Mitte dieses Herz-Kammerflimmern bekam. „So eine Geschichte verbindet. Ich bin froh, dass er heute hier sitzt und so gut gelaunt ist“, sagte sie. Der erzählte auch lustige Geschichten, wie die vom Rollatoren-Konvoi über die Flure, bei dem auch so mancher Besucher die Runden mitgedreht hat. Christian Bauer war auch öfter dabei. Wie oft er seinen Freund und Musikerkollegen im Krankenhaus besucht hat, kann er anhand der vielen Parktickets nachvollziehen, erzählte er.

Unangemeldeten Besuch mochte Metzinger nicht. „Es ist zwei bis dreimal vorgekommen, dass Leute gekommen sind, um mich zu besuchen. Sie mussten unverrichteter Dinge wieder zurückfahren.“ Trotz schwerer Krankheit nutzten die Patienten den Rollatoren-Konvoi, um an Fastnacht den Patienten der Ambulanz Gutzjer zuzuwerfen. „So macht man sich unsterblich“, schmunzelte der Autor, der bereits sein zweites Buch „Herr Sutter und diese Kinder“ fertig geschrieben hat.

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