Rat stimmt Nachtragshaushalt zu

Die Illinger Gemeinderatsmitglieder fassten alle Beschlüssen einstimmig. Hermann Meyer wurde verabschiedet.

Die Sitzung des Illinger Gemeinderates stand am Donnerstagabend ganz im Zeichen der Finanzen. Nach wochenlangem Wahlkampf übten sich die Ratsmitglieder bei den Beschlussfassungen in wohltuender Einigkeit. Die anstehenden Beschlüsse wurden allesamt einstimmig gefasst.

So schlossen sich die Ratsmitglieder dem Beschlussvorschlag der Verwaltung an und stimmten zunächst der ersten Änderung des Wirtschaftsplanes des Eigenbetriebs Dienstleistungsservice Illingen für das Wirtschaftsjahr 2017 und der sich daraus resultierenden Zusammenstellung des Wirtschaftsplanes zu. Auf Grund größerer Veränderungen im Ergebnishaushalt und bei den Investitionen im Finanzhaushalt 2017 wurde in einem weiteren Tagesordnungspunkt über den erforderlichen Nachtragshaushalt beraten und Beschluss gefasst. "Die neu zu berechnenden Zahlen sind für Illingen sehr erfreulich", stellte Gerhard Meiser, der Sprecher der Kooperation von SPD, Linke und Die Grünen, fest. Höhere Schlüsselzuweisungen und geringere Kreisumlage habe das Haushaltsdefizit um 1,4 Millionen Euro verringert, so Meiser weiter. Der Finanzhaushalt ist hauptsächlich im Bereich der Investitionen zur Neugestaltung des Ortszentrums Illingen und die Sanierung der Illtalhalle betroffen. Der CDU-Fraktionsvorsitzende Stefan Maas zeigte sich ebenfalls erfreut über die positive Entwicklung, wies aber auch auf die gestiegenen Jugendhilfeleistungen des Kreises hin. Dazu stellte er fest, dass die Gemeinde Illingen seit Jahrzehnten in diesem Bereich Großartiges leiste. Der Nachtragshaushalt 2017 wurde mit den geringfügigen Änderungsanträgen der Kooperation (unter anderem Errichtung eines Buswartehäuschens, Erwerb von beweglichen Sachen) und der CDU (alte Schule Kaisen) in seiner Gesamtheit einstimmig beschlossen.

"Heute ist eine historische Sitzung, denn mit Hermann Meyer scheidet der Kämmerer aus, der über 35 Jahre für die Gemeindefinanzen verantwortlich war", stellte Bürgermeister Armin König fest (wir berichteten). Der Verwaltungschef lobte die Arbeit des Kämmerers, der bei der Aufstellung der Haushaltspläne immer solide gearbeitet hat. König lobte, dass nicht die höchsten Einnahmezahlen angenommen und auch nur realistische Ausgabezahlen bei den jährlichen Zahlenwerken zu Grunde gelegt wurden.

Als dienstältestes Gemeinderatsmitglied hat der Fraktionssprecher der SPD, Gerhard Meiser, die gesamte Dienstzeit des scheidenden Kämmerers miterlebt. "Wir haben in dieser Zeit ein sehr gutes persönliches Verhältnis entwickelt", lobte Meiser das gute Miteinander. Für den CDU-Sprecher Stefan Maas war Meyer der Mann mit den drei K - kompetent, klar in seinen Aussagen und gab klasse Auskünfte. "40 Jahre gehen schnell vorbei", stellte Hermann Meyer bei seiner letzten offiziellen Gemeinderatssitzung fest. In seiner Zeit als Kämmerer hat er, mit nur ganz wenigen Ausnahmen, alle Sitzungen besucht. Meyer dankte sichtlich gerührt dem Bürgermeister und den Ratsmitgliedern für das ihm entgegengebrachte Vertrauen und den immer fairen Umgang miteinander.

Im abschließenden Tagesordnungspunkt der öffentlichen Sitzung beauftragte der Rat den Bürgermeister das Abkommen zwischen der Gemeinde Illingen und dem Ministerium für Inneres und Sport als Voraussetzung für die EU-Förderung der Städtebauförderungsmaßnahme "Freifläche Höllgelände" zu unterzeichnen.