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ProWin-Kinder- und Umwelttag in Uchtelfangen im Rahmen der Engagierten Stadt Illingen

Zum Ferien-Finale : Sommerferien, Spaß, Natur und Umwelt

Mit ihrem Projekt „Meermobil“ will die Meeresbiologin Frauke Bagusche sich im kommenden Jahr in Schulen für die Umwelt stark machen. Am Dienstag konnten Illinger Kinder schon einen Vorgeschmack davon bekommen.

„Letztendlich werden wir nur schützen, was wir lieben. Wir werden nur lieben, was wir verstehen. Und verstehen können wir nur, was man uns lehrt“, dieses Mantra des senegalesischen Umweltschützers Baba Dioum beschreibt, was die promovierte Meeresbiologin Frauke Bagusche umtreibt. Sie will schon bei jungen Menschen das Bewusstsein wecken, mit dem Schutz der Natur jetzt und auch im privaten Umfeld zu beginnen. Wegen dieses Denkansatzes arbeitet auch die Uchtelfanger Firma Prowin mit ihrer pro nature-Stiftung mit dem Verein „The Blue Mind“ zusammen, den die Saarbrückerin Bagusche mit ihrer Trierer Kollegin Angela Jensen gegründet hat. Über diese Schiene kam Frauke Bagusche nun nach Uchtelfangen, um beim Prowin-Kinder- und Umwelttag im Rahmen des ASB-Projektes „Engagierte Stadt Illingen“ einen Teil des Programmes zu gestalten.

Fünf Stunden lang hatten 30 Vorschulkinder aus dem katholischen Kindergarten Uchtelfangen (die evangelische Einrichtung hat zurzeit Ferien) und Kinder aus verschiedenen Illinger Schulen die Gelegenheit, mehr über das Leben im Meer und die Befindlichkeiten von Umwelt und Natur zu erfahren. Ort der Veranstaltung: der Schulhof an der Grundschule Uchtelfangen, bereitgestellt von der Gemeinde. Da bei Kindern zwischen sechs und zwölf Jahren üblicherweise (und in den Ferien ganz besonders) alles, was nach Frontal-Unterricht aussieht, eher unbeliebt ist, war die Information in ein buntes Mitmach- und Spaßpaket verpackt.

Was beispielsweise bei der sechsjährigen Milou gut ankam. Die Tochter von Benjamin Kiehn, Mitglied der Geschäftsleitung von Prowin und als Unternehmensvertreter vor Ort, saß am großen Tisch und bastelte als erste Herausforderung des Tages aus Eierkartons ein Schiff. „Wir arbeiten hier mit Upcycling-Material“, so Anke Thome von „Engagierte Stadt“. Will heißen gebastelt wird durchweg mit Sachen, die wiederverwertet und damit vor dem Müll-Auto gerettet werden. Der Eierkarton mutiert so nicht nur zum Boot, sondern wird auch noch mit Erde und Kresse-Samen befüllt, damit die Kinder dann Wochen nach dem Projekttag erleben, wie Natur „funktioniert“.

Frauke Bagusche, die bisher meist mit älteren Kindern arbeitete, hat vor ihrem Engagement in Illingen schon mal mit „ausgeliehenen“ Sprösslingen ausprobiert, wie sie ihr Meer-Wissen ans Kind bringt. Zu erfahren, dass Fische oder Schildkröten in den Ozeanen elend sterben müssen, weil hier Plastik achtlos gekauft und weggeworfen wird, beeindruckt auch die Kleineren. Die dann mit umso mehr Elan und Begeisterung ein Bild gestalten, das das Zusammenleben von Tier- und Pflanzengesellschaften im Meer zeigt. Dass der Blauwal dann aus rosa Papier ausgeschnitten wird und die Qualle ganz stark an einen Patschehändchen-Abdruck mit grüner Farbe erinnert, ist eben künstlerische Freiheit.