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Polizeihauptkommissar Jörg Hiry eingeführt

Neuer Leiter der PI Illingen : Für die Menschen der Region da sein

Der neue Leiter der PI Illingen, Jörg Hiry, ist gestern vom Landespolizeipräsidenten in sein Amt eingeführt worden.

„Wir sind die Polizei der Menschen in Illingen, Eppelborn, Schiffweiler und Merchweiler.“ Es scheint selbstverständlich, was Polizeihauptkommissar Jörg Hiry anlässlich seiner Amtseinführung am Mittwochmorgen sagt. Doch der neue Leiter der Polizeiinspektion Illingen möchte mit dieser Aussage betonen, wie nah die Polizeibeamtinnen und -beamten unter seiner Führung tatsächlich an den Menschen und ihren Bedürfnissen sein sollen. Wenn irgendwo ein großes Fest ist, wie zuletzt das Burg- und Weiherfest. Wenn ein Fußballspiel ansteht, bei dem Hooligans von der gegnerischen Mannschaft erwartet werden. Oder wenn eine Schule eine Polizeibeamtin oder einen Beamten für ihre Präventionsarbeit braucht.

All diese Aufgaben zu stemmen neben der alltäglichen Arbeit ist mit einem Team aus etwas über 40 Leuten an vier Standorten eine echte Herausforderung. Die hat der fast 50-jährige Polizeihauptkommissar aus Nalbach als Nachfolger von Thomas Schmidt übernommen, der seit Mai Polizeichef in St. Ingbert ist. Landespolizeipräsident Norbert Rupp, der die Berufung in das neue Amt aushändigte, würdigte den besonderen Anlass und die vielen Gäste, die diesem beiwohnten.Die Polizei sei ein Standortfaktor für eine Region, zumindest in punkto Innere Sicherheit. „Wir geben uns Mühe, dass diese funktioniert.“ Mit dazu beitragen THW und Feuerwehr, die die „Blaulichtfraktion“ vertraten. Man sei aufeinander angewiesen und unterstütze sich. Dass die neuen Kollegen anwesend seien, unter ihnen auch die neue stellvertretende PI-Leiterin Dorina Riemenschneider, sei normal. „Noch nie erlebt“ habe er es jedoch, dass die ganze Familie bei der Amtseinführung dabei sei. Er wertete dies als besonderes Zeichen der Unterstützung, schließlich habe Hiry in der neuen Funktion „viele Fehlzeiten“ in der Familie. Jörg Hiry habe vor 32 Jahren bei der Polizei angefangen, den Beruf von der Pike auf gelernt und sich stetig weiter gebildet und entwickelt. „Er hat jede Menge auf dem Habenkonto zu verbuchen.“ Zuletzt war Jörg Hiry sechs Jahre stellvertretender Leiter der PI Völklingen und bringt nach den Worten Rupps viel Erfahrung auch für große Events mit.  Nun sei er für 60000 Einwohner verantwortlich, rund 2000 Straftaten und 1400 Verkehrsunfälle pro Jahr seien von 42 Mitarbeitern zu bewältigen. „Es läuft auch noch nicht alles rund mit den Schließzeiten“, räumte Rupp ein, doch es sei noch nirgendwo etwas angebrannt. Persönlich freue es ihn, dass die Landesregierung in diesem Jahr 120 Kommissaranwärter anstelle – zehn mehr als geplant. Allerdings komme es nicht zuletzt durch die deutlich wachsende Zahl von Erziehungszeiten sowohl bei weiblichen als auch männlichen Beamten zu personellen Engpässen.

Die personelle Ausstattung der PI Illingen war natürlich auch ein Thema in der Rede von Jörg Hiry. „Sollte sich die Möglichkeit ergeben, heiße ich jeden neuen Mitarbeiter herzlich willkommen“, sagte er lächelnd in Richtung des Polizeipräsidenten. Trotz der hohen Arbeitsbelastung habe er jedoch in den ersten Wochen das Gefühl bekommen, „dass wir eine gute Stimmung im Hause haben“. Es gebe viele neue Mitarbeiter, die neue Aspekte und Ideen mit in die Arbeit einbrächten. Er sei optimistisch: „Das kann nur gut werden.“ Eine wichtige Aufgabe des Dienststellenleiters sei es, dass den Bedürfnissen der Mitarbeiter Rechnung getragen würde  soweit dies möglich sei. Sein erstes Einsatzwochenende habe übrigens auf der Alm in Reden stattgefunden. Da habe die Zusammenarbeit mit der „Blaulichtfraktion“ wunderbar funktioniert. In diesem Zusammenhang dankte Hiry seinem Vorgänger Thomas Schmidt für die Vorarbeit und den Aufbau der Netzwerksarbeit.

Für seine Bürgermeister-Kollegen, anwesen waren auch Eppelborns Bürgermeisterin Birgit Müller-Closset und Merchweilers Bürgermeister Patrick Weydmann, sprach stellvertretend Illingens Bürgermeister Armin König ein paar Willkommensworte. „Wir sind eine sehr selbstbewusste Region.“ Sicherheit sei die vornehmste Aufgabe des Staates und die Präsenz der Polizei vor Ort sei ein wesentliches Element. Auch er wünsche sich, dass einige der neuen Kommissaranwärter auch nach Illingen kommen.

Eine derartige Zusage konnte Norbert Rupp  an diesem Morgen nicht geben. Allerdings sagte er auf SZ-Anfrage, dass Illingen als Anlaufort für die Bürger definitv bestehen bleiben werde. „In welcher Personalstärke auch immer.“ Und in Bezug auf die nächtlichen Schließzeiten sagte er: Die Polizei im Saarland wisse, wann der Bürger die Polizei als Ansprechpartner brauche. Dies sei tagsüber, nicht unbedingt nachts.  In der Nacht greifen andere Mechanismen, die für die Sicherheit sorgen.