Podiumsdiskussion zum Altern in Illingen

In der Illipse : Das Altern hat sich verändert

Welche alternativen Lebensformen es gibt und wie ältere Menschen heute aussehen, darum ging es in der Illipse.

Altersbilder umfassen sowohl gesellschaftliche als auch individuelle Sichtweisen auf die Lebensphase Alter und den Prozess des Älterwerdens. In der Illipse wurden beide Sichtweisen des Alterns gezeigt. Die Idee zu dieser Konferenz stammt von Barbara Wackernagel-Jacobs (ehemalige Sozialministerin); unterstützt wurde sie von der Gemeinde Illingen und der Union-Stiftung.

Bürgermeister Armin König begeisterte sich für das Projekt „Neue Altersbilder“ schon bei der Vorstellung. „Ich war sehr schnell Feuer und Flamme. Denn das klingt nach Veränderung und Revolution“, sagte König. „Wir sind ganz andere Typen als unsere Eltern und erst recht als unsere Großeltern. Wir haben Ideen, wir stehen mitten im Leben, wir haben Kommunikationsmittel, Smartphones, wir sind mobil, wir können reisen, wir haben Wissen, Ideen, Potenzial.“ Er informierte, dass zunächst der Reporter und künstlerische Fotograf Andreas Engel losgeschickt wurde, um 20 Charakterköpfe zu fotografieren. Die Porträts im Format 100 mal 140 Zentimeter lächelten die Besucher im Foyer und im Treppenbereich an und vermittelten einen ganz besonderen Eindruck von Persönlichkeiten, die zu ihrem Alter stehen.

Rita Waschbüsch, Vorstandsmitglied der Union-Stiftung, übermittelte die Grüße der Stiftung und brachte das Thema mit dem Gedicht „Stufen“ von Hermann Hesse auf den Punkt.

Professor Andreas Kruse, ein Gerontologe der Universität Heidelberg und Vorsitzender der Altenberichtskommission, unterstrich, dass es besonders wichtig sei, die Generationen miteinander in Kontakt zu bringen. Alter hätte für junge Menschen eine bemerkenswerte Ausstrahlungskraft. Und die „Alten“ erlebten eindrucksvoll, wie die „Jungen“ bei ihren Probierbewegungen im Leben ihre Identität finden. Eine Voraussetzung für positives Altern sei die gefühlte Zugehörigkeit zur Gesellschaft. Mit Beispielen demonstrierte er, dass das Älterwerden mit Kreativität verbunden sei und nie zu spät, etwas Neues anzufangen. „Es lohnt sich, das Leben bis zum letzten Moment auszuschöpfen“, sagteder Gerontologe. „Übernehmen Sie nicht nur Verantwortung für sich selbst sondern auch für andere“, lautete der Rat des Professors, der im Anschluss an seinen Vortrag souverän die Fragen aus dem Publikum beantwortete.

Interessante Entwicklungen zu dem Thema „Was hat sich bereits gewandelt für die Älteren in den Unternehmen, in Wohnprojekten, in Städten und auf dem Land“ veranschaulichte die Journalistin und Buchautorin Margaret Heckel, angefangen mit der Bewegungspause in der Marzipanfabrik bis hin zum Cluster Wohnen und als besonderer Gag Omas Tiny House im Garten ihrer Tochter.

Und auch Ilsemuth Wagner wurde von Engel fotografiert. Foto: Maria Boewen-Dörr

Zu Wort kam auch der Gerontologe Simon Gross aus Luxemburg. Er gewährte einen Einblick in die Altersentwicklung und Altersbilder im Nachbarland. Heinz Frey, der Gründer von Zentren in kleinen Dörfern, die er „DORV“ (Dienstleistung und örtliche Rundumversorgung) nennt, stellte seine Idee vor, entstanden aus der Philosophie „Nicht ins Heim sondern daheim.“ Barbara Wackernagel-Jacobs moderierte die Podiumsrunde. Sie lobte die Ausrichter der Veranstaltung, hier allen voran Cordula Ogrizek und Frank Schuppener von der Gemeindeverwaltung.

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