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Hier gemacht: Ohne Gift gegen böse Mikroorganismen

Hier gemacht : Ohne Gift gegen böse Mikroorganismen

Längst ist die Wirtschaft im Kreis Neunkirchen nicht mehr geprägt von Eisenhüttenindustrie und Bergbau, der Strukturwandel ist vollzogen. In loser Folge stellt die SZ Unternehmen vor, die sich fit fühlen für die aktuellen Anforderungen. Heute die Vensen UG (Unternehmergesellschaft) in Uchtelfangen.

Noch ist draußen am Gebäude kein Hinweis auf auf die Vensen UG und ihre Aktivitäten zu sehen. Dabei ist Vensen-Geschäftsführer Günter Strzalko schwer aktiv in den Räumen unter dem Dach der Firma Cartec (Kfz-Teile und Zubehör) im Gewerbegebiet A 1 Interkommunal. Cartec und Vensen firmieren unter der Adresse Auf Maien 1 im Illinger Ortsteil Uchtelfangen.

Der Blieskasteler Bürger Günter Strzalko fand über die Freundschaft zu Cartec-Geschäftsführer Armin Hoffmann den Weg nach Illingen und von dort will er seine Ideen, Anlagen und Produkte in Sachen Desinfektion und Hygiene in die Welt schicken.Vier Vertriebler arbeiten zurzeit für ihn. Ein Wermutstropfen ist für die Unternehmer Günter Strzalko und Armin Hoffmann allerdings das in ihrem Gewerbegebiet schwächelnde Internet: „Hier tut sich trotz unserer Reklamationen nichts“.

Internationales Arbeiten ist für den gebürtigen Berliner und beruflichen Tausendsassa Strzalko nach eigenem Bekunden längst kein Neuland mehr, so war er in der Türkei tätig und hat dort mit dem Verfahren, aus Wasser und einer kleinen Menge Salz über eine Diaphragmalysezelle ein „hoch effizientes Desinfektionsmittel“ herzustellen, bereits Kunden gewinnen können. Der diaphragmalytische Prozess ­benötigt keinerlei chemische Zusatzstoffe und nur eine geringe Strommenge, wie Strzalko erläutert. Seine Anlagen sind so kompakt wie ein kleiner Wandschrank und daher flexibel einsetzbar. Der diaphragmatische Prozess hat seine Ursprünge in der Raumfahrt. Weil für die Raumstation Mir keimfreies Wasser benötigt wurde, setzen die russischen Ingenieure auf dieses eigentlich simple Verfahren. Laut Strzalko gebe es aktuell Anfragen aus der Türkei für eine Anlage, die im neuen Palast des Staatspräsidenten Erdoğan, dessen Wasserleitungen verkeimt seien, zum Einsatz kommen soll. Auch in Marokko und Indien, wo es mit der Trinkwasser-Hygiene große Probleme gibt, sei man an am Know-How von Vensen interessiert.

In Uchtelfangen sollen die Umbauarbeiten leer stehender Cartec-Räume in den nächsten Monaten abgeschlossen werden, dann wird das wasserblaue Vensen-Firmenlogo auch an der Fassade sichtbar sein. Privatkunden können am Cartec-Tresen, über den üblicherweise Ersatzteile oder Werkzeug für Automobile gehen, als Produkt aus der Uchtelfanger Vensen-Fertigung „Venlyt HH“ für die Hygiene im Humanbereich erwerben. Venlyt HH verspricht „Sehr schnelle und wirksame Händedesinfektion ohne Nebenwirkungen. Unterstützt dem Heilungsprozess bei offenen Wunden. Besonders wirksam bei Fuß- und Nagelpilz. Keine Nebenwirkungen bekannt“.

Günter Strzalko und Armin Hoffmann argumentieren unisono leidenschaftlich für die  Venlyt-Anwendungen, die allesamt auf der Zerstörung, nicht Vergiftung, aller Mikroorganismen wie Legionellen, koliformen Keinem, Pseidomonaden, Mykobatreiren, Viren, Herpes-Erreger, Pilze, Hefen und Salmonellen basieren. „Vensen-Produkte kommen in der Trinkwasser- und Oberflächendesinfektion, im Landwirtschafts- und Veterinärbereich oder auch bei der Pestizid- und Hormon-Eliminierung zum Einsatz“, resümiert Günter Strzalko. Eine Resistenzbildung sei wegen der kompletten Zerstörung der Mikroorganismen unmöglich. Und Armin Hoffmann, ganz Praktiker, erinnert an den Einsatz von Venlyt HH in seinem familiären Umfeld: „Bei einem Insektenstich-Allergiker blieben nach dem Einsprühen die übliche massive Schwellung und der starke Juckreiz aus“.

Günter Strzalko denkt eher an die großen Sachen wie Kliniken, Seniorenheime,  Hotels, Kühltürme oder Wasserspeicher, die mit sich dank Anlagen von Vensen selbst mit den erforderlichen Mengen der „günstigen und umweltfreundlichen, weil biologisch abbaubaren Desinfektionsmittel“ versorgen könnten.

Apropos „Vensen“, den Namen hat sich Günter Strzalko schlichtweg ausgedacht, er steht nicht als Abkürzung für irgendwas. Man will sich nur von den Mitbewerbern in Sachen Desinfektion mit einem ganz eigenständigen Namen abheben