Noch'n Gedicht

„Haste Worte“ heißt die von Peter Kleiß initiierte und moderierte Literaturreihe. Worte hatte er, sogar Gedichte: Gerd Heger stellte in der Alten Schule in Uchtelfangen sein Buch „Sieben Tage, sieben Töpfe“ vor.

Gedichte haben Gerd Heger schon immer begleitet. Schon als Junge in Oggersheim, als ihm Helmut Kohl in der Kirche immer die Sicht raubte. "Er war bereits Ministerpräsident und musste wegen seines Personenschutzes immer in die erste oder zweite Reihe." Dann als Teenager in "dieser schrecklichen Zeit der Pubertät, die man nur mit gewissen Ventilen übersteht", später als Romanistik-Student und schließlich als Journalist und Moderator beim Saarländischen Rundfunk (SR). Als Monsieur Chanson des SR ist er weit über das Saarland hinaus bekannt. Und wie das mit (guten) Radiomoderatoren so ist, versteht er es, sein Publikum zu unterhalten.

So hatte Heger am Freitagabend in der Alten Schule in Uchtelfangen die Zuhörer schon mit der Vorstellung seiner Person in der Tasche. Eigentlich jedoch war er gekommen, um in der von Peter Kleiß (ebenfalls bekannt vom SR) initiierten und moderierten Literaturreihe "Haste Worte" sein Buch "Sieben Tage, sieben Töpfe" vorzustellen. Untertitel: "Tekste, Gedichter und Sonstiges". "Auch so eine verzweifelte Bemühung, das Ganze originell zu machen", so Heger.

Das Publikum amüsierte sich über Kostproben aus sieben Kapiteln mit jeweils sieben Gedichten, die mehr oder weniger ein roter Faden verbindet. Einer der komischen Höhepunkte: Ein Lied im japanischen Stil, das Heger durch den Raum trippelnd und exotische Bewegungen vollführend wiedergab: "Kleine Vase Marke Butterfly, du fliegst genau an meinem dicken Kopf vorbei!" Mit Humor nimmt der Autor auch das Erkennen fremden wie eigenen Deppentums oder etwa das Altern: "Als sich in Wangen Falten gruben, da half auch keine Creme aus Tuben, der Bauch begann sich zu beleiben, zwischen den Wirbeln fehlen Scheiben."

Kleiß hakte hier und da ein wenig nach, ließ den Autor mehr zu den Hintergründen der Gedichte erzählen. Eine besonders persönliche Geschichte war die von Hegers großer Liebe zu Anne. Im Gedicht allerdings wird sie zu Âne, französisch für Esel - die Quittung dafür, dass sie ihren Mann dann doch nicht verlassen wollte. "Warst du sehr traurig?", fragte Kleiß. "Ziemlich."

Auch ernsthaft gesellschaftskritisch wurde es: Die Amerikanisierung der europäischen Kultur beispielsweise geht Heger gegen den Strich, außerdem Ausbeutung und Ungerechtigkeit. Nicht die Gangster-Rapper seien die wahren Gangster dieser Welt, betonte er. Und Geld sei eigentlich für die Menschen da, nicht die Menschen für das Geld.

"Sieben Tage, sieben Töpfe" ist im Geistkirch-Verlag erschienen und im Buchhandel für zehn Euro, oder wie Gerd Heger vorrechnet, für ziemlich genau "20 Cent pro Gedicht", erhältlich.