1. Saarland
  2. Neunkirchen
  3. Illingen

Neues Heim für die Gelbbauchunke

Neues Heim für die Gelbbauchunke

Illingen. Der Diplom-Ingeneiur für Landschaftsökologie, Helmut Jochem, setzt sich immer wieder mit diversen Aktionen für den Erhalt der Gelbbauchunke ein. Er hat schon mehrere Aktionen im eigenen Garten und in Nachbargärten durchgeführt. Mit logistischer und tatkräftiger Unterstützung des Bauhofes Illingen fand am Wochenende eine erneute Aktion im unteren Merchtal statt

Illingen. Der Diplom-Ingeneiur für Landschaftsökologie, Helmut Jochem, setzt sich immer wieder mit diversen Aktionen für den Erhalt der Gelbbauchunke ein. Er hat schon mehrere Aktionen im eigenen Garten und in Nachbargärten durchgeführt. Mit logistischer und tatkräftiger Unterstützung des Bauhofes Illingen fand am Wochenende eine erneute Aktion im unteren Merchtal statt. Anton Sahner vom Bauhof der Gemeinde schaffte mit der Motorsense die Voraussetzungen für den Tümpelbau. Handwerklich tätig wurden unter der Anleitung von Jochem die Wölflingsgruppe Geckos der Pfadfinder St. Georg mit ihren Betreuern Aline Rullof und Christian Zeuner. Tatkräftig unterstützt wurde das Team von Hartwig Kraß und Dirk Walter Klein. Logistische Unterstützung gab es von der Nabu-Gruppe Unteres Illtal. Die Maßnahme dient der Stärkung und Verbesserung der Ausbreitungsmöglichkeit der bisher einzigen Population der europaweit vom Aussterben bedrohten Gelbbauchunke (Bombina variegata) im ganzen Einzugsgebiet des Zweckverbandes Illrenaturierung, die schon seit 30 Jahren im Garten von Helmut Jochem heimisch ist. Längerfristiges Ziel ist der Aufbau eines Biotopverbundsystemes entlang des Merchtales in der Gemeinde Illingen. Insgesamt wurden an zwei verschiedenen Stellen zehn Trichtertümpel mit 80 Zentimetern Durchmesser und einer Tiefe von maximal 50 Zentimeter im anerkannten Naturschutzgebiet in der Nähe der Merch in den lehmigen Boden gegraben. "Schon etwa nach zehn Minuten waren die Tümpel durch Sickerwasser halb gefüllt, was trotz der angrenzenden Entwässerungsgraben in benachbarten Privatgrundstücken auf einen hohen Grundwasserspiegel schließen lässt", resümiert Jochem im Gespräch mit der SZ. Jochem ist sich sicher, dass die umliegenden Nachbarn des Naturschutzgebietes sich nach der nächsten Laichzeit im Frühjahr an den melodischen Klängen der Gelbbauchunken erfreuen werden. "Wenn die Unkenrufe erklingen, kommen auch die Romantiker auf den angrenzenden Grundstücken in den Genuss angenehmer abendlicher Konzerte", versprach er. Durch die Aktion wurde ermöglicht, dass den streng geschützten Amphibienarten wieder neue aquatische Lebensräume zur Verfügung stehen, in denen sich Organismen, die ihren Lebensmittelpunkt im Wasser haben, entwickeln können. Die Tümpel werden über Niederschläge gespeist.Die Lage der Tümpel in der freien Landschaft garantiert die ganztägige Besonnung, so dass sich das Wasser schnell erwärmen kann und bietet somit eine günstige Ausgangsbedingung zur Reproduktion. Das unebene Geländerelief bietet den Tieren in der unmittelbaren Umgebung der Tümpel Verstecke vor Fraßfeinden. Im März 2011 will Jochem eine erneute Aktion starten, bei der der Naturschützer auch auf die unterstützende Teilnahme des Zweckverbandsgeschäftsführers Uli Heintz hofft. Den jungen Pfadfindern hat die Aktion jedenfalls Spaß gemacht. Nach getaner Arbeit wurden sie mit Lyoner, Brötchen und Limo belohnt. Im Anschluss erkundeten sie den naturnahen Garten Jochems und inspizierten seine Baumhäuser.