Neue Schulsporthalle in Illingen

Gemeinderat Illingen : 800 000 Hürden bis zur neuen Sporthalle

Der Landkreis plant den Neubau einer Sporthalle im Schulzentrum Illingen. Diese soll für den Schul- und eventuell auch den Vereinssport genutzt werden können.

Erst Abriss, dann Neubau: So sieht die Marschrichtung des Landkreises für die gemeinsam genutzte Sporthalle im Schulzentrum Illingen aus. Das marode Gebäude kann nicht mehr längerfristig unterhalten werden, wie es in einer entsprechenden Vorlage bei der jüngsten Sitzung des Gemeinderates hieß: „Auf Grund bergbaubedingter Verformungen wurde inzwischen ein Investitionsstopp für das Gebäude erlassen.“ Notwendige Sanierungsmaßnahmen wie die Erneuerung des Hallenbodens, der Tribüne, des Prallwandschutzes und der Trinkwasserversorgung unterließ man daraufhin.

Eine „ehrenwerte Sache“ sei der Bau einer neuen Sporthalle im Schulzentrum Illingen, lobte Bürgermeister Armin König. Allerdings auch eine teure, den die Gemeinde als Mitnutzer bezuschussen soll. Den ersten diesbezüglichen Vorstoß des Landrats hatte der Gemeinderat „mit Schimpf und Schande vor einem Jahr abgelehnt“, erinnerte SPD-Fraktionsführer Guido Jost. War doch damals von einem Mehrwert für die Gemeinde nicht die Rede gewesen, so dass der Landkreis als Träger der Schulen mittels Kreisumlage allein rundkommen müsse. Dagegen wurde diesmal – mit Blick auf die Vereins-Option – deutlich wohlwollender über das Anliegen beraten.

Die ermittelten Kosten für den Neubau liegen je nach Ausführungsvariante bei 5,7 oder 6,5 Millionen Euro. Erstmals in Kenntnis gesetzt war der Gemeinderat von dieser Absicht im November 2016. Realisieren will der Landkreis die Baumaßnahme mit Fördergeldern, begonnen werden soll sie bereits Ende des Jahres. Als mögliche Varianten sind sowohl eine reine Schulsporthalle ohne Zuschauertribüne als auch eine Variante als Dreifeldsporthalle gemäß Versammlungsstätten-Verodnung angedacht. Die Kostendifferenz liegt bei brutto 800 000 Euro, was nur mit Beteiligung der Gemeinde Illingen zu verwirklichen wäre – die allerdings im Gegenzug die neu errichtete Sportstätte im Schulzentrum auch für den Vereinssport mitnutzen könnte.

Aber woher nehmen? Im Investitionshaushalt gibt es „keine Lücke, wir müssten etwas anderes weglassen“, erinnerte der Beigeordnete Gerhard Meiser. Um das ernsthaft diskutieren zu können, benötige man zuallererst mehr Informationen, kam man schließlich fraktionsübergreifend überein. Geklärt werden müsse auch, welcher Bedarf überhaupt besteht seitens der Vereine, mit wie vielen Zuschauern man bei den Veranstaltungen rechnen könne und ob beispielsweise nicht auch eine kleinere Tribüne ausreichend wäre. Beschlossen wurde deshalb lediglich, eine Kostenbeteiligung „in Aussicht zu stellen“.