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Talstraße Hüttigweiler: Neue Hüttigweiler Talstraße soll Bürger nicht arm machen

Talstraße Hüttigweiler : Neue Hüttigweiler Talstraße soll Bürger nicht arm machen

Die Talstraße in Hüttigweiler wird bis Ende November komplett erneuert. Das bedeutet unter anderem 1900 Quadratmeter neuen Asphalt, 2100 Kubikmeter Aushub, 390 Meter Hauptleitungen für Gas und Wasser, 1250 Quadratmeter Verbundsteine.

Und alles in allem kommt eine Bausumme von 844 000 Euro zusammen. Die Arbeiten haben bereits begonnen. Und das war auch einer der wenigen Kritikpunkte, die es auf der Bürgerversammlung am Montagabend im Clubheim des VfB Hüttigweiler gab. Die knapp 30 Anlieger, die gekommen waren, hätten sich die Veranstaltung früher gewünscht, bevor die Bagger angerollt sind.

Es ist etwas dunkel im Saal des VfB, als Ortsvorsteher Guido Jost und Illingens Bürgermeister Armin König die Gäste begrüßen. Das Bauamt der Gemeinde ist mit an Bord und die Planer von „Ingenieurbüro H + P“. Der Beamer wirft eine Skizze der Talstraße an die Wand. Gemurmel im Raum. Ob es noch ein bisschen Licht gibt, richtet sich die Frage vom Podium an die Theken-Mannschaft. Das gibt es, und Bürgermeister König stellt in seiner Begrüßung gleich einen wichtigen Fakt ganz nach vorne: Die Frage nach der finanziellen Beteiligung an der grundlegenden Sanierung der Straße. Der Gemeinderat hat im vergangenen Jahr eine wichtige Entscheidung getroffen: An Stelle der Straßenausbaubeitragssatzung, kurz Strabs, treten in der Gemeinde jetzt wiederkehrende Gebühren. Das bedeutet für die Anlieger eine enorme Entlastung. Nach der Strabs, erläutert  König, hätte jeder Hausbesitzer 4000 bis 5000 Euro Kosten gehabt. Das greift auch Jost in seiner Begrüßung auf, spricht von 4000 bis 6000 Euro, die womöglich fällig geworden wären. Jetzt, erklärt er, werden etwa 60 bis 80 Euro pro Jahr zu zahlen sein, von allen getragen. Jost: „Ich denke, das ist ein sehr solidarisches System.“ Zum einen solidarisch, zum anderen, erläutert König in der Versammlung, eine Möglichkeit, die Straßen in der Gemeinde endlich sukzessive von Grund auf anzugehen. In der Vergangenheit habe die Verwaltung insgesamt mehr auf kleinere Reparaturen gesetzt, künftig sehe sie sich in der Lage, auch „grundlegend zu bauen“.

Marco Henz, Geschäftsführer des Ingenieurbüros, stellt den Hüttigweilern den genauen Fortgang der Arbeiten vor und präsentiert die Zahlen zur Sanierung der Straße. In drei Bauabschnitten wird die Talstraße demnach in den kommenden Monaten von Grund auf neu. Aktuell kommen neue Gas- und Wasserleitungen in den Boden. Was den neuen Aufbau der Straße betrifft, muss zumindest in einem der drei Abschnitte der Unterbau nicht ausgetauscht werden. Dort genügen neue Asphaltschichten von mindestens 14 Zentimeter, wie Henz erläutert. Die Gehwege werden komplett erneuert, ebenso die Bushaltestellen und die Laternen. Die Anwohner lassen sich erläutern, wann wo gebaut wird und ob es neue Anschlüsse über ihre Vorgärten zu den Häusern gibt. Themen sind auch der Busverkehr und zu schnelles Fahren in der Straße. Letzteres befürchten die Anwohner, wenn der Asphalt frisch und neu ist.

Ortsvorsteher und Bürgermeister haben für beide Nachfragen Verständnis. Jost erinnert im Zusammenhang mit mehr oder minder leeren Bussen in der Straße an den Wunsch nach mehr öffentlichem Personenverkehr. Der Gemeinderat wolle das Thema mit einer Arbeitsgruppe verstärkt angehen. König empfiehlt gegen Raser, so zu parken, dass die Straße optisch nicht zu hoher Geschwindigkeit einlade. Die Gemeinde könne nur Geschwindigkeitskontrollen machen, wobei die Messgeräte aktuell gerichtlich überprüft würden.