Hinterm Schwimmbad Sonnenborn Im Bamster Wald ist die Natur ein Erlebnis (mit Bildergalerie)

Uchtelfangen · Einen 2,5 Kilometer langen Erlebnispfad hat der Natur- und Vogelschutzverein Uchtelfangen hinterm Freibad Sonnenborn angelegt.

Gang über den Naturerlebnis-Pfad Bamsterwald
67 Bilder

Gang über den Naturerlebnis-Pfad Bamsterwald

67 Bilder
Foto: Elke Jacobi

Wenn es noch nicht erfunden gewesen wäre – spätestens an diesem frühen Samstagmorgen wäre es dazu gekommen: das Waldbaden. Die Sonne scheint, die Vögel zwitschern, die Welt ist um diese Uhrzeit noch in Ordnung. Das wissen die Uchtelfanger. Denn im Bamster Wald hinterm noch geschlossenen Freibad ist schon so einiges los: Jogger, Hundespazierer, Nordic-Walker. Aber es verläuft sich. Und so kann sich die einsame Wandererin ganz dem Natur-Erlebnis Bamster Wald hingeben. Über 2,5 Kilometer führt der Wanderpfad, den der Natur- und Vogelschutzverein Uchtelfangen hier angelegt hat. Vorbei an Infotafeln des Bienenzuchtvereins, einem Häuschen für Schleiereule und Mehlschwalbe, Infos über Schmetterlinge und Singvögel lässt man die Waldhütte Sonnenborn mit Spielplatz, Toiletten und Grillplatz links liegen, schnappt sich einen Flyer an der Infotafel und macht sich auf, an insgesamt 30 Stationen Natur zu erfahren. „Sinn und Zweck unserer neuen Lehrpfades ist es“, so heißt es im Flyer, „das Interesse der Menschen für einen verantwortungsvollen Umgang mit der Natur und der Umwelt zu sensibilisieren und dies besonders bei Kindern und Jugendlichen schon frühzeitig zu fördern.“

Rastplätze und Ruhebänke

Gut ausgebaute Wege, nur geringe Steigung machen die Begehung leicht. Auf vielen Hinweistafeln, an Spiel- und Rätselstationen gibt es viel zu lernen. Und eines wird schon bald zur Gewissheit: Man ist am Ende des Weges um einiges schlauer. Wer die Angebote alle in Anspruch nimmt, auch zwischendrin an den wunderbaren Rastplätzen oder den Ruhebänken mit toller Aussicht einfach nur genießt und schweigt, der braucht gemütliche zwei Stunden für den Weg. Länger aufhalten kann man sich allemal. Oder man spaziert einfach nur zügig durch und genießt die gute Luft und das Vogelgezwitscher.

Unkaputtbares Bilderbuch

Erste Station: Würfelbilder. Anhand von Buchstaben-Würfeln kann man hier Bilder benamen. Mehr Gaudi gibt es schräg gegenüber: Fichtenzapfen-Weitwurf. Zehn Meter – immerhin überhaupt den Korb getroffen. Dann gilt’s: Vogelstimmen erkennen. Per Knopfdruck mischt sich das Gezwitscher unters Original aus dem Wald. Wer glaubt, er weiß es, der kann sein Wissen im Anschluss testen. Im Fühlkasten liegen Zapfen, Kieselsteine, Kastanien. Mutige gucken nicht unters Holzschild, sondern trauen sich vorab. Kann man auch ruhig. Ist nix drin, was da nicht reingehört. Was echt schwer fällt: Den Tisch mit dem Kegelspiel links liegen zu lassen und sich auf zu machen zum Barfußpfad. Leicht beduselt von der Station „optische Täuschung“ geht es – weil nun mal ein Baumtelefon alleine nicht funktioniert – hin zu einem der beiden schönsten Plätze unter all den schönen Stationen. Ungefähr in der Wegesmitte steht die hölzerne Ruhebank, nahe dabei ein kleiner Tümpel, Sinnsprüche und ein unkaputtbares Buch zum Blättern und Vorlesen „Der Grüffelo“.

Augen und Ohren offen halten

Einige Meter weiter kann man sein Wissen rund um die Natur testen. Acht Fragen auf den gewohnt stabilen Holztafeln. Bevor man Jahresringe zählt, schnell noch was komponiert am Dendraphon. Die Seele baumelt gar wunderbar auf der erhöhten Bank mit den Beinen um die Wette. Balancieren, Gewichte stemmen, dann ein Abstecher in den Dschungel. Hier im Wald, den Pfad gelegt mit Stämmen, gilt es die Augen und Ohren offen zu halten. Denn am Schluss will ein Infoschild wissen: Wie viele Tierarten wurden entdeckt?

Was für ein Blick

Zur Belohnung darf dann auf dem zweiten schönsten Platz nochmal Rast gemacht werden: Der Schaumbergblick. Ob auf der ergonomisch geformten Ruheband oder im Stehen durch ein originelles Holzfenster – der Blick geht weit, sehr weit. Wer sich loseisen kann, der kann danach noch die Wetterstation entschlüsseln, ein getarntes Eichhörnchen entlarven oder sich in der Stille üben. Dann noch einmal aktiv werden Tierweitsprung ist die letzte Station: Waldmaus (0,7 Meter) oder gar Eichhörnchen (vier Meter)? Was aber letzten Endes auch völlig schnuppe ist. Viel wichtiger ist: Spielerisch gab es hier jede Menge zu erleben und zu lernen. Zwei wunderbar erfüllte Stunden am frühen Morgen. Toll für alle Altersstufen, alleine oder in Gruppen zu gehen. Und das Beste: Über den Natur- und Vogelschutzverein kann man auch Führungen buchen: www.naturschutz-uchtelfangen.de.