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Sitzung bei den Knallerbsen
Narrensichere Knalleffekte in der Illinger Bütt

Illingen. Zur Illinger Knallerbsenfaasenacht legte das Narrenschiff „Titanic“ mitsamt dem närrischen Publikum ab. Von Maria Boewen-Dörr

Der Auftakt der Knallerbsenfaasenacht war grandios und mitreißend, allen voran die Präsidentin Steffi Spaniol, die schlagfertig und mit viel Humor zwischen den einzelnen Auftritten moderierte und motivierte: „Zusammen heißt das Zauberwort. Solange es steht in unserer Macht, so lange mache mir Faasenacht.“


Samt Narrenschiff „Titantic“ und dem Prinzenpaar, Laura Hahn und Andreas Hübgen, das mit Begeisterung das Schiff steuerte und den munteren Akteuren bewiesen die Knallerbsen, dass sie beste Voraussetzung haben, weitere närrische Knalleffekte bis zum Aschermittwoch zu bieten. Der Prinz begrüßte als Obernarr, weil er von seinen Eltern bereits schon als Kind auf Faasend getrimmt wurde. Die Prinzessin will niemals die Faasend verpassen und hat für jeden Anlass das richtige Kostüm. Der holden Narrenschar wurde ein abwechslungsreiches Programm geboten, das die Knallkehlchen rockig eröffneten und auf Anhieb das närrische Auditorium begeisterten.

Lehrer Lämpel, amüsant und spitzfindig, bot wieder einen gelungenen Rundumschlag über alles, wo es in der Welt hapert. Viel Applaus bekam er für die Reime auf „Blondies wohlgeföhnte Tolle, er gefällt sich in der Rolle als Problembär mit viel Geld in präsidialer Twitter-Welt“ mit der Empfehlung „Lasst den Dingen ihren Lauf, er will zum Mond, halt’ ihn nicht auf. Vielleicht begreift er irgendwann, dass Dollars man nicht fressen kann.“

Büttenredner „De Sandro“ überzeugte mit Wortgewandtheit und Charme und präsentierte eine kabarettistische Glanzleistung mit seinen Interpretationen über Blei gießen an Silvester und Fernsehsendungen, die jeder wohl das ganz Jahr schaut mit der Quintessenz: „Ess gudd fürs Gehirn, weil’s ned gebraucht wird.“ Witze und spezielle Erfahrungen standen im Mittelpunkt der Rede vom Brääd Pitt, der nix von Spontanpartys hält, bei denen jeder etwas mitbringen soll. „Mir hodde 12 Tube Senf und zwei Wiener.“ Mit ihrem Programm Faasend-Welt starteten die Knallkehlcher in die zweite Hälfte und sorgten für ausgelassene Stimmung in der Illipse. Der setzten die „3 junge der Gemeinde“ noch eins drauf und zwar „kpv“ – knapp, präzise, verständlich. Ein Elferrat, der den Ramazotti so liebt, begeisterte mit Witzen und zwischen den Zeilen auch mit kritischen Anmerkungen zum Weltgeschehen. Hähnchen & Schneck sorgten mit Mimik und Gestik und ihren Interpretationen über kommunale Begebenheiten für viele Lacher.

Tänzerisch wurde einiges geboten auf der toll illuminierten Illipse-Bühne. Funkenmariechen Leonie Bick wirbelte mit vielen akrobatischen Einlagen über die Bühne und tanzte ebenso wie die Gardezwerge und die Prinzengarde zu Ehren der Tollitäten. Mystisch und gespenstisch präsentierten sich die Tanzformation „Small Veggetables“ mit perfekter Maskerade und anmutigen Bewegungen. Ganz auf die Band „Queen“ eingestellt, war das Männerballett und zeigte eine bestens einstudierte Nummer unter dem Titel „We will rock you.“ Mit dem Showtanz „Evolution of Dance“ legte die Prinzendgarde einen atemberaubenden Auftritt hin. Mit einem glänzenden Finale mit allen Akteuren auf der Bühne und einer Polonaise durch den Saal endete das kurzweilige Faasendspektakel. Musikalisch begleitete die Band „For You“ die närrischen Auftritte.