Aufräumen : Illingen rückt dem Müll zu Leibe

Mit verschieden Initiativen will man in der Gemeinde die Müll-Problematik in den Griff bekommen.

Der Illinger Bürgermeister Armin König schätzt, dass in den saarländischen Kommunen jedes Jahr ein Aufwand von acht bis zehn Millionen Euro entsteht, den die Bürger über die Grundsteuer indirekt bezahlen müssen. So schreibt er jetzt in einer Pressemitteilung. Illegale Ablagerungen an Müllcontainern, illegale Ablagerungen am Waldesrand oder im Wald, Säcke mit undefinierbarem Inhalt neben Kleider-Containern von privaten Geschäftemachern – bei der aktuellen Stellensituation in den Ordnungsämtern in den Kommunen einfach nicht zu kontrollieren und schon gar nicht im Vorfeld abzustellen. König hat in seiner Verwaltung die Kosten für die Beseitigung illegalen Mülls ermitteln lassen.

Im letzten Jahr hat der Bauhof der Gemeinde Illingen 3070 Stunden nur für die Entsorgung von wildem Müll aufgewandt. Da alle Stunden rapportiert werden, lässt sich der Aufwand leicht errechnen: 93 000 Euro Personalkosten, 50 000 Euro Lkw- und Maschinenkosten, dazu die Massenentsorgung von 4000 Euro. Das macht zusammen 147 000 Euro. Insgesamt kamen 100 Tonnen wilder Müll zusammen. In diesem Jahr liegt der Aufwand bis zum 31. Juli bei 75 000 Euro. In diesem Jahr wurden bereits 70 Tonnen wilder Müll vom Bauhof entsorgt.

König findet dies „unfassbar“. Nur selten werden Müllsünder erwischt. Allerdings hat Illingen auch schon Verwarnungsgelder von bis zu 250 Euro pro Fall kassiert.

Illingen rückt dem Phänomen auf dreierlei Art zu Leibe: Mit einem „CleanUp“-Day, den Arno Meyer initiiert hat, und dem das Modellprojekt „Engagierte Stadt Illingen“ begeistert beigetreten ist. Dieser CleanUp-Day – eine Art „Picobello zwei“ - wird am 21. September veranstaltet – am World Cleanup Day. Es ist die größte Bürgerbewegung der Welt zur Beseitigung von Umweltverschmutzung. Deutschland hat aktuell über 200 Cleanups in 130 Städte gemeldet. Illingen ist dabei – als eine von vier saarländischen Stationen.

Und schließlich fordert Illingen, das Thema der Containerstellplätze auf den Prüfstand zu stellen. Den EVS fordert König auf, das Thema Wertstoffhof Illingen jetzt mit Priorität zu behandeln.

Ganz nebenbei haben die Illinger auch das Thema Zigarettenkippen entdeckt. Eine Gift-Kippe kann 40 Liter Wasser verunreinigen. Am Samstag, 31. August, werden die Engagierte Stadt und die Gemeinde Illingen zusammen mit Arno Meyer eine spektakuläre Aufklärungsaktion im Freibad Uchtelfangen starten, so heißt es abschließend.

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