„Mit dem Punkt kann jeder leben“

„Mit dem Punkt kann jeder leben“

Die Ringer des ASV Hüttigweiler haben einen guten Start in die neue Saison erwischt. Gegen Witten war sogar ein Sieg drin, am Ende stand schließlich ein Unentschieden in einem engen Duell, bei dem Fans und Trainer lautstark mitgingen.

Am ersten Kampftag der 2. Ringer-Bundesliga erlebten rund 300 Zuschauer in der Illtalhalle einen mitreißenden Fight zwischen dem ASV Hüttigweiler und dem als Topfavoriten gehandelten KSV Witten. Am Ende trennten sich beide Staffeln am Samstagabend leistungsgerecht 16:16 unentschieden. Beide Trainer Christoph Gall (ASV) und Mirko Englich (KSV) waren mit der Punkteteilung zufrieden. "Ich freue mich über den Punkt, habe mit einer Niederlage gerechnet", resümierte Englich. "Mit dem Punkt kann jeder leben. Klar, es wäre mehr drin gewesen. Mit der Leistung meiner Mannschaft bin ich hochzufrieden", lautete das Urteil des Hüttigweiler Trainers. Einig waren sich die Trainer auch in Sachen Unzufriedenheit mit dem Kampfrichter, seine Entscheidungen hätten sich aber letztendlich ausgeglichen.

Einen Sieger gab es am Ende dennoch: die begeistert und lautstark anfeuernden Zuschauer. Sie erlebten spannende Kämpfe auf hohem ringerischen Niveau. Die Gastgeber erwischten dabei den besseren Start. In der Klasse bis 57 Kilogramm stellte sich der Bulgare Dimitar Zhelev in prächtiger Verfassung vor. Nach einer 8:0-Führung drückte er den Wittener Edwin Dominguez in der zweiten Minute auf beide Schultern.

Einen starken Eindruck hinterließ auch Till Bialek, der dem Silbermedaillengewinner der Olympischen Spiele 2008 in Peking, Mirko Englich, nur einen 4:1-Sieg überließ. "Das war eine ganz starke Leistung", meinte Gall. "Till hat mir das Leben sehr schwer gemacht", war der 37-jährige Englich von Bialeks Auftreten beeindruckt. Der Wittener Trainer coachte wie sein Gegenüber sehr aktiv, feuerte immer wieder seine Athleten an und beschwerte sich so oft beim Schiedsrichter, dass er wegen unbefugten Betretens der Matte die Gelbe Karte sah.

Der ASV baute im Anschluss mit einem 6:2-Erfolg von Christian Vasile Vaginiuc gegen Arthur Eisenkrein seine Führung auf 6:2 aus. Als der Rumäne nach seinem Sieg mit hochgerissenen Armen durch den Ring ging und sich vom Publikum feiern ließ, wurde es laut.

Als in der Folge Nedelcho Nedelchev gegen den lettischen WM-Teilnehmer Imants Lagodskis (0:16), Kim Horras gegen Yunier Castillo (4:20) und Kim Werkle unter Wert gegen Nico Brunner (2:7) unterlagen, zogen die Gäste auf 12:6 davon.

Im schönsten Kampf des Abends mit den meisten Wertungen begeisterte Lukas Wagner den ASV-Anhang. Der Greco-Spezialist legte im ersten Abschnitt mit 10:0 den Grundstein zum 16:9-Gesamtsieg gegen Andreas Eisenkrein. Wagner hätte dabei sogar eine Dreier-Wertung erreichen können, was am Ende zum Sieg gereicht hätte. In diesem Bemühen vernachlässigte er aber seine Abwehr etwas.

Gespannt war man auf Hüttigweiler Seite auf das Auftreten ihres Neuzugangs Denis Balaur. Der Moldawier mit rumänischer Staatsangehörigkeit konnte gegen Ufuk Canli die unter der Woche gezeigten Trainingsleistungen bestätigen und siegte technisch überlegen mit 18:0. Für ASV-Trainer Gall war Balaur der "Matchwinner".

Mathias Schwarz kassierte danach kampflos vier Mannschaftspunkte. Vor dem letzten Kampf hatte der ASV das Remis schon sicher. Für mehr reichte es letztendlich nicht. Yannik Parisi, der für den bei den Weltmeisterschaften kämpfenden Franck Hassli, zum Einsatz kam, konnte gegen den starken Alexander Storck eine 0:15-Niederlage nicht vermeiden. Der 19-jährige Parisi ringt sonst in der Zweiten des ASV.

Am kommenden Samstag kann der ASV-Anhang seine Athleten erneut in der Illtalhalle ab 19.30 Uhr beim Heimkampf gegen den TV Essen-Dellwig erleben.