Michael Christ hat die SPD Illingen verlassen

SPD Illingen : Illinger SPD schmerzt Christs Rückzug

Bei den Kommunalwahlen im Mai war der Sozialdemokrat gegen Armin König angetreten um das Amt des Bürgermeisters. Und hatte respektabel abgeschnitten.

Kein Zerwürfnis, das beteuern alle Seiten. Aber Michael Christ, 41, hat einen überaus klaren Schnitt gemacht und ist aus der SPD ausgetreten. Auch das Mandat im Ortsrat hat er niedergelegt. „Politisch bin ich somit nicht mehr aktiv“, bestätigt der Mann gegenüber der SZ, der im Frühling so etwas wie ein Senkrechtstarter und Hoffnungsträger für die Illinger Sozialdemokraten war. Denn Christ hatte im Mai bei den Kommunalwahlen im Rennen um den Posten des Verwaltungschefs der Gemeinde 43,9 Prozent der Stimmen eingefahren. Guido Jost, SPD-Fraktionssprecher im Illinger Gemeinerat, hatte seinerzeit anerkennend gesagt, dies sei „das beste Ergebnis bisher für uns“ gewesen.

Schließlich hatte es Christ mit dem Illinger Dauer-Bürgermeister Armin König zu tun, der sein Amt zwar verteidigte, aber mit Einbußen bei der Zustimmung durch die Wählerschaft. Christ hatte damals gegenüber der SZ erklärt, er werde sich weiter im Illinger Ortsrat engagieren. Und natürlich wäre er für die Partei mit seinem guten Ergebnis eine Option für die nächste Bürgermeisterwahl gewesen, die aufgrund Königs Alter spätestens in sechs Jahren stattfinden wird. Daraus wird jetzt nichts. Christ erklärt die Wendung so: „Zu diesem Schritt haben mich private Gründe bewogen. Ich habe  nach der nicht gewonnenen Wahl  die Prioritäten in meinem Leben neu gesetzt.“ Er konzentriere sich jetzt ausschließlich auf seinen Beruf (Lehrer), den Sport und gewinne durch den Schritt wieder mehr Zeit für seine Kinder.

Christian Petry, Gemeindeverbandschef der Sozialdemokraten und Mitglied des Bundestages, bedauert denn auch den Rückzug: „Michael Christ hat bei der letzten Bürgermeisterwahl in Illingen ein sehr gutes Ergebnis gegen den langjährigen Amtsinhaber erzielt.“ Die Entscheidung Christs, sich aus der Kommunalpolitik zurückzuziehen, müsse die Partei respektieren. So formuliert es auch SPD-Fraktionschef Jost. Und er fügt hinzu: „Wir haben versucht zu erkunden, ob er sich über uns geärgert hat. Das hat er verneint.“ Christ habe ein „Top-Ergebnis“ erzielt bei der Bürgermeisterwahl, sagt Jost.

Die Entwicklung schmerzt den Sozialdemokraten: „Er wäre der geborene Kandidat gewesen bei der nächsten Wahl.“ Allerdings bleibe den Sozialdemokraten jetzt viel Zeit, sich neu zu orientieren. In den Gremien gebe es durchaus auch jüngere Mitstreiter, auf die man setzen könne. Und auch die CDU müsse schauen, wen sie denn für die Nach-König-Ära aufbauen wolle. Auch Petry zeigt sich kämpferisch: „Das gute Ergebnis der letzten Wahl ist Motivation für die nächste Bürgermeisterwahl 2025, bei der wir mit guten Themen unsere vor Ort geleistete Arbeit fortführen werden.“

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