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Konzert in der Illinger Pfarrkirche St. Stephan
Jenkins „Requiem“ begeistert Konzertbesucher

Karl Jenkins Requiem begeisterte in Illingen die vielen Besucher des Konzertes des Madrigalchores Illingen, des Ensemble vocal Illingen und des Orchestre amical unter der Leitung von Thomas Doll.
Karl Jenkins Requiem begeisterte in Illingen die vielen Besucher des Konzertes des Madrigalchores Illingen, des Ensemble vocal Illingen und des Orchestre amical unter der Leitung von Thomas Doll. FOTO: Andreas Engel /
Illingen. Die Gäste in die Illinger Pfarrkirche St. Stephan wohnten einem außergewöhnlichen Konzert bei. Von Andreas Engel

Man nehme eine herrliche Barockkirche, exzellente Musikerinnen und Musiker, eine ebensolche musikalische Leitung und dazu mit Sir Karl Jenkins einen der faszinierendsten, zeitgenössischen Komponisten – gerettet ist ein eher trüber Novembersonntag. So geschehen in der ehrwürdigen Pfarrkirche St. Stephan, als der Madrigalchor Illingen, das Ensemble vocal Illingen und das Orchestre amical  Jenkins „Requiem“ aufführte. Die Gesamtleitung hatte Thomas Doll. Der Madrigalchor Illingen und das Ensemble vocal Illingen haben sich zu diesem großen Projekt zusammengeschlossen: Dem „Requiem“ von Jenkins, einem der aktuell weltweit am häufigsten aufgeführten Werke für Chor und Orchester. Seine Bekanntheit verdankt das Werk des walisischen Komponisten den eingängigen, fast schon hitverdächtigen Melodien und der Verwendung von Weltmusik, die vom Gregorianischen Choral bis zu japanischen Haikus reicht. Beim Konzert in der Illinger Pfarrkirche St. Stephan am Welttrauertag haben die beiden Chöre von befreundeten Sängern aus der gesamten Großregion Saar und dem Orchestre amical mit Streichern, Harfe, Flöte, Hörnern und vier Perkussionisten kooperiert.


Mit geschlossenen Augen lauschten viele Zuhörerinnen und Zuhörer, ließen sich von Jenkins Musik davon tragen. Für sein Requiem griff der Komponist, der auch in der Rockmusik zuhause ist, auf zahlreiche ältere Gesänge (wie zum Beispiel das „Dies Irae“) zurück, die er bearbeitete und in einen Zusammenhang mit Gedichten aus Japan stellte. Das Requiem wurde am 2005 in der Southwork Cathedral uraufgeführt und gewann rasch an Popularität. Jenkins ist wohltuend anders. Davon zeugt seine pop- und rockmusikalische Arbeit, beispielsweise mit Softmachine oder mit Mike Oldfield, und seine kompositorische Nähe zu den musikalischen Minimalisten um den Amerikaner Philip Glass. Dieses Spannungsverhältnis belebten die Musiker in Illingen auf wundervolle Weise. Sie erzeugten eine echte Sogwirkung, der sich niemand entziehen konnte oder wollte. Wer Karl Jenkins Musik liebt, für den war das Konzert am Sonntag ein absolutes Muss.

Sir Karl Jenkins wurde 1944 in Wales geboren. Er ist Oboist, Keyboarder, Saxophonist und Komponist und arbeitete stets genre- und stilübergreifend. So führte er seine umfassende Erfahrung im berühmten „Palladio“, mit dem das Konzert in Illingen eröffnete wurde, mit groß angelegten, konzertanten Chorarrangements zusammen.



Der Illinger Madrigalchor war ursprünglich ein Lehrer-Schüler-Chor des Illtalgymnasiums und wurde vor mehr als 40 Jahren von Hans-Peter Doll gegründet. Das Ensemble vocal Illingen wurde 1987 von Stefan Monshausen ins Leben gerufen und ist durch seine Marien- und Adventsmeditationen in der Illinger Bergkapelle in der Region bekannt geworden.