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Lösungen für die „Daueraufgabe“ Flüchtlinge

Lösungen für die „Daueraufgabe“ Flüchtlinge

Ebenso einstimmig wie das überzeugte Ja zum Runden Tisch „Flüchtlinge“ war das klare Nein des Rats zur Übernahme weiterer Mehrkosten für Aus- und Umbauarbeiten an der katholischen Kindertagesstätte Hirzweiler/Welschbach: „Wir wollen ein Zeichen setzen.“

. Illingen bringt einen Runden Tisch "Flüchtlinge" auf den Weg. Dafür sprach sich am Freitagabend der Gemeinderat einstimmig aus. "So wollen wir Informationen in die Bevölkerung hineintragen, Ressentiments vorbeugen und über unsere Vereine und Institutionen die Flüchtlinge integrieren", begründete Guido Jost den Antrag der Kooperation aus SPD , Linke und Grüne. Die CDU-Fraktion trägt Inhalt und Ziel voll mit. Einig zeigte sich der Rat, dass der Runde Tisch ein "Instrumentarium" sei, um das zu behandeln, was aktuell zu tun ist und keinesfalls eine auf Dauer angelegte "Palaver-Runde". "Wir müssen klar sagen, was wir von jedem wollen", stellte Bürgermeister Armin König fest. Der Verwaltungschef hatte die aktuellen Zahlen dabei: Demnach hat Illingen derzeit 32 Flüchtlinge aus Syrien und Eritrea aufgenommen. 14 kommen zeitnah hinzu. "Zehn Flüchtlinge haben wir in gemeindeeigenen Wohnungen untergebracht, 22 Flüchtlinge leben in angemieteten Wohnungen", berichtete König. Weitere Wohnungen seien angemietet: "Mit Unterkünften haben wir in Illingen noch keinen Stress." Sechs bis sieben Flüchtlinge, so König weiter, würden im kommenden Jahr pro Monat erwartet: "Es wird eine Daueraufgabe." Jost erinnerte an die inzwischen aufgelegten Förderprogramme der Landesregierung - von Sanierung von Wohnräumen über Sprachschulung bis soziale Betreuung. Der Dank des Rats galt allen jetzt schon am Netzwerk Flüchtlingshilfe Beteiligten. König trug eine lange Liste mit Namen vor.

In der letzten Sitzung fürs Jahr 2014 war grundsätzlich Zeit und Raum für Dankesworte, Rück- und Ausblicke - vor dem gemeinsamen Abendessen. Zuvor wurde zügig und harmonisch die Tagesordnung abgearbeitet. Dabei gab es ein einstimmig getragenes klares Nein, weitere Mehrkosten für Aus- und Umbauarbeiten an der katholischen Kindertagesstätte Hirzweiler/Welschbach zur Schaffung von Krippenplätzen zu bezuschussen. "Wir wollen ein Zeichen setzen", sagte CDU-Sprecher Stefan Maas. 2011 hatte die Gemeinde einen Zuschuss von 130 950 Euro bewilligt. Unvorhergesehene Mehrkosten von 50 000 Euro wurden vom Ministerium bewilligt, der Zuschussanteil der Gemeinde erhöhte sich um 15 000 Euro auf 145 950 Euro. Der Rat stimmte zu. "Somit war die Maßnahme aus Sicht der Gemeinde ausfinanziert", heißt es. Im März 2013 brachte der kirchliche Träger dann weitere Mehrkosten von rund 45 000 Euro zur Kenntnis. Das Ministerium lehnte eine Bezuschussung im Mai 2014 ab. Der kirchliche Träger bat dann im November um Übernahme des Gemeinde-Zuschussanteils auf freiwilliger Basis. Für Illingen würde dies einen Kostenanstieg um 13 545 Euro bedeuten, auf dann insgesamt 159 495 Euro.

Fortgeschrieben wird das Teilräumliche Konzept "Ortszentrum Illingen " (SZ vom 21. November). Zudem beauftragte der Rat die Verwaltung, einen Antrag an die Sportplanungskommission zu stellen, um Fördermöglichkeiten für die Sportstätten zu prüfen. Abgesegnet wurden auch außerplanmäßige Ausgaben für den Erlebniswanderweg "Nach der Schicht", eine weitere Urnenwand auf dem Illinger Friedhof sowie für Sportgeräte Schulturnhalle Uchtelfangen.