„Lichtblick“ für Hilfebedürftige und Helfer

Hüttigweiler · Wo einst der Kindergarten Maria Magdalena zu Hause war, entsteht jetzt ein Demenzzentrum. Bis Frühjahr 2016 soll alles fertig sein. Die Investitionssumme beziffert die Caritas auf zwei Millionen Euro.

Der Caritasverband Schaumberg-Blies baut in Hüttigweiler ein Demenzzentrum. Der Name steht bereits fest: "Lichtblick". Eingefallen ist er Caritas-Geschäftsführer Michael Schütz beim Spaziergang am Bodensee. "Lichtblick" verbindet drei Angebote: Es entstehen 18 Tagespflegeplätze für demenzkranke Menschen. Es wird beraten und qualifiziert, etwa Schulungen ehrenamtlicher Demenzhelfer. Und die Sozialstation Eppelborn-Illingen findet hier eine neue Heimat. In wenigen Tagen, so war am Freitag auf einer Pressekonferenz weiter zu erfahren, wird der Bagger anfangen, den ehemaligen Kindergarten Maria Magdalena abzureißen, um auf dem Gelände nahe der Kirche bis Frühjahr 2016 das neue Zentrum zu entwickeln.

Illingens Bürgermeister Armin König (CDU ) und Hüttigweilers Ortsvorsteher Guido Jost (SPD ) - beide haben noch den alten Kindergarten besucht - ordnen das Projekt ein: "Früher Kindergarten, morgen Tagespflege und Sozialstation - das zeigt, was in dieser Gesellschaft passiert", sagt König mit Blick auf die Demografie. "Der Bedarf ist zwingend." Das Projekt sei ein "Lichtblick" für Hüttigweiler und die Gemeinde, besitze vielleicht sogar "saarlandweit Pilotcharakter". Jost spricht von "einer strukturellen Verbesserung" für Hüttigweiler und zeigt sich mit einem Lächeln "froh, dass es mit angedachten anderen Standorten nicht geklappt hat". Seit vier Jahren verfolgt die Caritas das Projekt. Als Standorte waren zunächst Hirzweiler, dann Welschbach und zuletzt Illingen ins Auge gefasst worden. Jetzt in Hüttigweiler ist auch die Pfarrgemeinde als Partner dabei.

Andreas Bolduan, der verantwortliche Architekt, stellte gestern mit Planskizzen und Daten den Neubau vor: Die Lage des Hauses ist "ruhig, aber nicht zu ruhig". Das Gebäude wird in einer U-Form angelegt um einen Innenhof. Von der Kirche aus kommt man auf den Haupteingang zu. Über eine Schleuse erreicht man den Tagespflegebereich mit variabel zu gestaltenden Räumen für viele Nutzungen. Treppe/Aufzug führt ins Obergeschoss zur Sozialstation mit Büros und Schulungsraum. Parkplätze, so Bolduan weiter, wird es beim Zugang geben sowie für Kurzzeitnutzer am Verzy-Platz.

Die Investitionssumme für "Lichtblick" liegt laut Michael Schütz bei rund zwei Millionen Euro , mit Zuschüssen auch vom Landkreis. Was ein Tagesplatz genau kosten wird, konnte Schütz noch nicht beantworten: "Die Sätze werden derzeit verhandelt." Es könnte sich in der Größenordnung 70 Euro bei Pflegestufe 1 und 80 Euro bei Pflegestufe 2 bewegen. Als Öffnungszeiten sind angedacht montags bis freitags von 7.30 bis 17 Uhr. Gäste sollten transportfähig und ausreichend bewegungsfähig sein. Ein Fahrdienst steht zur Verfügung.

Der Bedarf an Tagespflegeplätzen im Landkreis Neunkirchen liegt nach Datenlage des Kreises bei 90. Aktuell gibt es 38 geförderte, dazu zehn nicht geförderte Plätze.

Meinung:

Die Rechnung kann aufgehen

Von SZ-RedakteurinClaudia Emmerich

Michael Schütz hörte auch warnende Stimmen: Tagesplätze seien doch keinesfalls immer ausgelastet. Rechne sich das Projekt "Lichtblick"? Schütz ist überzeugt. Und seine Argumente klingen überzeugend. Ein Tagesplatz in stationären, oft großen Einrichtungen mag manchen abschrecken, ein ambulantes, überschaubares Angebot eher einladen. Die Rechnung kann aufgehen. Perspektivisch ist sicher die Zentrums-Struktur mit Tagesplätzen, Beratung und Qualifizierung, Sozialstation. Da kann noch mehr draus wachsen.

Meistgelesen
Neueste Artikel
Zum Thema
Aus dem Ressort